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Arbeitsloseninitiative vermittelt Ein-Euro-Jobber

BAD MÜNDER. Bereits zum fünften Mal beschäftigt der Dorfverein Egestorf zur Unterstützung einen sogenannten Ein-Euro-Jobber. Der Dorfverein ist eine von 48 Einsatzstellen mit  91 Plätzen, an die die Arbeitsloseninitiative Bad Münder (AIBM) Langzeitarbeitslose vermittelt.

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Autor:

Mira Colic und Gerd Mensing

Als „Dorfhelfer“ ist seit April der 35-jährige Matthias Freimann aus der Kernstadt zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Auch wenn Arbeitsgelegenheiten in der Öffentlichkeit nach wie vor kontrovers diskutiert werden, seien sie eine gute Möglichkeit, um „wieder den Einstieg in den Arbeitsmarkt“ zu finden, sagt Ines Rasch, Leiterin der AIBM. Gerade für ältere, gesundheitlich stark eingeschränkte Menschen sei es als Ein-Euro-Jobber möglich, „am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“. Die Diakonie im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont, unter dessen Dach die AIBM arbeitet, kritisiert aus diesem Grund auch die gesetzlich festgelegten Rahmen von 24 Monaten innerhalb von fünf Jahren, die ein Arbeitsloser solch einer Beschäftigung nachgehen darf.

Die AIBM vermittelt Ein-Euro-Jobber nicht nur in Bad Münder – allein 20 Stellen stehen im Möbellager an der Rahlmühler Straße zur Verfügung – sondern ist auch zuständig für Hessisch Oldendorf, Coppenbrügge und Salzhemmendorf. Eingesetzt werden die Arbeitskräfte im sozialen Bereich (Kitas, Schulen, Seniorenheime), im Handwerk (Möbellager), in der Grünpflege sowie in Museen. Die Zahl der Teilnehmer ist mit 93 im vergangenen Jahr leicht gesunken im Vergleich zu 104 noch 2014. Neben der praktischen Anleitung in den Einsatzstellen, gehört eine sozialpädagogische Betreuung zu den Aufgaben der AIBM.

Die Grünflächenpflege steht auch bei Matthias Freimann in Egestorf ganz oben auf dem Plan. Aber auch Müllbeseitigung und Verschönerungsmaßnahmen im Ort sind regelmäßig dabei. „Wenn Zeit ist, kümmert er sich auch um den Ausbau unseres Dorfhauses“, erklärt Heinz-Wilhelm Gieseke, Vorsitzender des Dorfvereins. So wurde vor Kurzem erst die Sitzhütte in der Dorfmitte gründlich saniert und neu gestrichen. Gieseke freut sich, dass der Ort mit Freimann eine so tatkräftige Unterstützung erhält. „Er hat hier sofort bei den Bewohnern Sympathie gefunden. Oft sprechen ihn Anlieger an und bitten ihn, hier und da zu helfen, da spürt man gegenseitiges Vertrauen.“ Bis Oktober läuft der Vertrag mit der AIBM. „Gerne würden wir die Zusammenarbeit mit ihm verlängern“, kündigt Gieseke an. 30 Arbeitsstunden pro Woche umfasst der Vertrag. Die Arbeitszeit ist flexibel geregelt.

Im vergangenen Jahr konnten zwölf Ein-Euro-Jobber in Folge ihrer Tätigkeit eine Ausbildung oder Arbeit aufnehmen. Das zentrale Ziel sei dies jedoch nicht, „sondern die Reduzierung multipler Vermittlungshemmnisse“, betont Rasch. Dazu gehören etwa Suchtproblematiken, psychische Beeinträchtigungen oder eine Verschuldung. „In den letzten Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass durch die Arbeit ein Großteil unserer Klienten stabilisiert werden kann“, so die Sozialpädagogin.

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