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Anwalt des Opfers geht von Tötungsvorsatz aus

RINTELN / BAD MÜNDER. Nach der Feuer-Attacke in Schaumburg widerspricht Rechtsanwalt Stefan Abrahams – der das Opfer des Angriffs, eine 46-jährige Frau, vertritt – der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, der 49-jährige ehemalige Lebensgefährte habe möglicherweise nur sich selbst töten wollen.

Der 49-Jährige hat die Glastür zum Anbau eingeschlagen, in dem seine ehemalige Lebensgefährtin wohnt. Unser Bild entstand während der polizeilichen Ermittlungsarbeiten. Foto: leo
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Hans Weimann Reporter

Gegen diese Feststellung, die auch in den Medien zitiert wurde, spreche schon die Vorgeschichte dieser Beziehungstat. Der Mann aus Bad Münder habe nach Aussage seiner Mandantin und auch nach seiner Überzeugung aus Kenntnis des Falles nicht nur sich selbst töten, sondern seine Ex-Lebensgefährtin mit in den Tod nehmen wollen.

Der 49-Jährige hatte sich Mittwochfrüh in einem Haus mit Benzin übergossen und angezündet. Seine ehemalige Lebensgefährtin, eine 46-jährige Frau, konnte sich gerade noch in die Nachbarwohnung retten (wir berichteten).

Der Anwalt sagt nun, es sei ein Drama, das im Laufe der Jahre eskaliert sei. So habe der alkoholisierte Mann seiner Mandantin schon einmal Rippen und das Nasenbein gebrochen, sie öfters mit dem Tod bedroht. Das alles sei auch der Polizei bekannt. So habe der Mann beispielsweise in über 300 Whatsapp-Nachrichten seine ehemalige Lebensgefährtin nicht nur übel beschimpft, sondern auch formuliert: „Du hast Dein Todesurteil unterschrieben.“ Selbst ihm als Anwalt gegenüber habe der Mann in einem Telefongespräch, in dem es darum gegangen sei, dass er Gegenstände aus einer Garage räumen sollte, erklärt, „… dann wird sie auch irgendwann entsorgt!“

Im September vorigen Jahres drohte der Mann seiner Ex-Lebensgefährtin in Gegenwart einer Zeugin, das sei „ihr letzter Tag“ gewesen. Im Oktober vorigen Jahres hatte das Amtsgericht Rinteln auf Antrag von Abrahams dann in einem Beschluss dem Mann für ein halbes Jahr untersagt, seine ehemalige Lebensgefährtin aufzusuchen, sich ihr mehr als „20 Meter“ zu nähern. Auch das Amtsgericht hielt in der Begründung dieses Beschlusses die Textnachrichten des Mannes für „bedrohlich“.

Rechtsanwalt Abrahams geht auch aufgrund der Aussage seiner Mandantin zu der Brandattacke von einem Tötungsvorsatz aus.

Wie die Brandspuren zeigen, hatte der Mann zunächst am Vordereingang Feuer gelegt. Er hat dann die Glastür zum Anbau eingeschlagen, in dem seine ehemalige Lebensgefährtin wohnt. Seine Mandantin habe ihm berichtet, als es laut geknallt habe, sei ihr sofort klar gewesen, dass dies ihr ehemaliger Lebensgefährte sei. Sie habe sofort die Polizei angerufen. „Ich war immer auf alles vorbereitet.“

Seine Mandantin habe ihm dann geschildert, der Mann sei ihr durch die Wohnung auf den Balkon gefolgt, habe zuerst sie aus einer Flasche mit Benzin begossen, dann sich selbst: „Meine Haare, mein T-Shirt, meine Hose waren nass“. Sie habe noch das Feuerzeug in der Hand des Mannes gesehen. In diesem Moment sei es ihr gelungen, auf den angrenzenden Balkon zu ihrer Mutter zu entkommen.“ Die habe sie in die Wohnung gezogen, die Tür geschlossen. „Als sie die Tür zugeschlagen hatte, brannte er schon.“



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