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Bakeder Recycling-Betrieb hat seit Anfang des Jahres mehr zu tun / Nische mit Spezialersatzteilen

Abwrackprämie: hoher Aufwand für Verwerter

Bakede (st). Zu den fünf zertifizierten Autorecyclingbetrieben im Landkreis Hameln-Pyrmont zählt seit zwei Jahren auch das Bakeder Familienunternehmen Hoffmann. „Viele wissen noch gar nicht, dass es uns gibt“, sagt Ute Hoffmann, Frau von Chef Torsten sowie Mutter von Junior-Chef Isy und Melissa, die sich um den Papierkram kümmert. Doch selbst bei den Hoffmanns und ihrem kleinen Recyclinghof sind die Auswirkungen der Abwrackprämie zu spüren.

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„Wir haben jetzt so um die 20 Fahrzeuge im Monat“, sagt Isy Hoffmann. Zu 99 Prozent seien das Privatkunden – von den münderschen Autohändlern würde bislang erst einer auf die Dienste der Bakeder Autoverwertung zurückgreifen. Der bürokratische Aufwand sei so oder so durch die Prämie erheblich gestiegen. Beim Ausfüllen der Verwertungsnachweise hat Melissa mittlerweile Routine.

„Unsere Kunden bekommen den Nachweis der Verwertung sowie die Papiere und die Schilder“, sagt Isy Hoffmann. Somit sei sichergestellt, dass die Karosserien der Fahrzeuge ihren Weg in die Presse und nicht auf ein Schiff nach Afrika finden. „Es gibt da schwarze Schafe in der Branche. Auch bei uns haben schon Interessenten aus dem Exportbereich angefragt“, kann der Junior-Chef berichten. Aber darauf lassen sich die Hoffmanns nicht ein. „Wir sind jung und wollen das noch ein paar Jahre machen.“

Bevor die Karosserien zum Verschrotten von einem Hildesheimer Unternehmen abgeholt werden, müssen die Bakeder Autorecycler die ehemaligen Fahrzeuge klarmachen. Dazu gehört die Trockenlegung samt aufwändiger Entsorgung der Flüssigkeiten und die Demontage der weiterverwertbaren Teile. „Bei uns zählt der Recycling-Gedanke. Wir wollen die Autos möglichst umweltfreundlich entsorgen“, sagt der Bakeder. Er wisse aber von größeren Betrieben, die ganze Autos in die Presse schmeißen würden.

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Die Hoffmanns wollen die Teile bewusst behalten und als Ersatzteile anbieten. In eine paar Jahren würde die Nachfrage möglicherweise wieder steigen. Zudem würde eine Tonne Schrott zurzeit nur 20 Euro bringen – vor der Finanzkrise seien es noch über 300 Euro gewesen. Neben Standardersatzteilen für Golf oder Fiesta hat sich das Unternehmen auf Spezialersatzteile für Oldtimer, Caravans oder Wohnmobile spezialisiert. Die Hoffmanns suchen ihre Nische. Der Online-Verkauf mache mittlerweile einen großen Teil des Geschäftes aus. Kürzlich habe man die Innenverkleidung einer Passattür nach „Island oder so“ verkauft, kann Ute Hoffmann berichten.



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