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Abseits stapeln sich noch die Säcke

BAD MÜNDER. Das Aufregerthema des noch jungen Jahres: Die Nicht-Abholung von Gelben Säcken durch den Entsorgungskonzern Remondis, der zum Jahreswechsel den Auftrag erhalten hatte.

25 Säcke, immer wieder ordentlich aufgereiht – für den Fall, dass Entsorger Remondis Waltershagen doch noch in den Sammelplan mit aufnimmt. Foto: Grube
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Nachdem sich im Landkreis die Meldungen über Pannen bei der Sammlung häuften, schaltete sich sogar der Landrat ein. Sieben Wochen nach dem verpatzten Start scheint Remondis die Situation in Bad Münder nun aber in weiten Teilen im Griff zu haben.

Alles gut also? „Ganz im Gegenteil“, sagt Jana Grube. Sie wohnt in Waltershagen, etwas außerhalb von Eimbeckhausen. Und dort, das bestätigt auch ihr Nachbar Christian Klages, ist seit Jahresbeginn kein einziger Gelber Sack abgeholt worden. „Remondis hat uns vergessen“, stellt er fest. Und sämtliche Versuche, den Entsorgungsriesen auf das landschaftlich so reizvoll gelegene Walterbachtal und die auf dem Weg dahin befindlichen Häuser in Waltershagen aufmerksam zu machen, schlugen bislang fehl. „Ich habe angerufen, bin wahrscheinlich mit jedem Remondis-Standort in Deutschland verbunden worden. Habe neue Telefonnummern erhalten und neue Ansprechpartner, doch letztlich immer nur gehört, dass man nicht zuständig sei“, berichtet Klages. Ein Remondis-Mitarbeiter habe ihm sogar erklärt, dass der Standort Hameln für Waltershagen zuständig sei – Kontaktdaten erhielt Klages dann allerdings nicht, da dieser Standort nur intern zu erreichen sei. Und während nun weite Teile des Landkreises vom Verpackungsmüll am Straßenrand befreit wurden, stapelt sich in Waltershagen weiterhin Sack auf Sack.

„Der Gelbe Sack wandert
in die Restmülltonne“

Ebenfalls etwas abgelegener wohnt Hermann-Joachim Harenberg am Alten Hufenweg. Ebenfalls landschaftlich schön, ebenfalls fernab der Remondis-Sammelstrecke. Beschwerden über die Nicht-Abholung der Gelben Säcke seinen von Remondis mit dem Hinweis beantwortet worden, dass an geschotterten Wegen nicht abgeholt werden müsse. Eine Aussage, mit der Harenberg die Kreisabfallwirtschaft, die vor Remondis für die Sammlung zuständig war, konfrontierte. „Eine Mitarbeiterin dort hat mir erklärt, dass das totaler Quatsch wäre“, sagt Harenberg. Da er aber auch nicht riskieren will, seine Gelben Säcke einfach vor ein anderes Haus zu stellen und dafür möglicherweise angezeigt zu werden, sieht er derzeit nur einen Ausweg: „Der Gelbe Sack wandert in die Restmülltonne.“

Bei Remondis räumt Unternehmenssprecher Michael Schneider ein, dass es an Höfen oder Straßen mit schwierigerer oder etwas versteckter Zufahrt in den letzten Wochen noch hier und da gehapert habe. „Das sind die letzten uns bekannten Reklamationen, die jetzt noch nachgepflegt werden“, erklärt Schneider und spricht von „finaler Tourenoptimierung“. Im Großen und Ganzen aber laufe es nun rund – so die Einschätzung von Remondis und so die Einschätzung aus dem Kreishaus. Beschwerden zumindest seien in der Verwaltung an der Süntelstraße oder bei der Kreisabfallwirtschaft in den vergangenen Wochen kaum noch aufgelaufen. „Das ist wirklich Ruhe eingekehrt“, sagt Kreissprecherin Sandra Lummitsch.



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