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360 Festmeter Holz aus dem Katzberg abtransportiert

HACHMÜHLEN. 360 Festmeter Holz wurden auf einen Schlag aus dem Katzberg abtransportiert. Ein Besuch.

Millimeterarbeit: Die 11,80 Meter langen Stämme werden in den 12 Meter langen Schiffscontainer geladen. Foto: Honig

Autor

Gerhard Honig Reporter

Den ganzen Tag über rollten sie vorsichtig über die Feldwege, durchs Wohngebiet Sandkuhle, dann Richtung Autobahn mit Ziel Hamburger Hafen. Die Fahrer der schweren Lkw mit ihren Schiffscontainern voller Fichten- und Lärchenstämmen aus dem Katzberg hatten keine leichte Aufgabe, sich über die schmalen Wirtschaftswege durch die Feldmark zu navigieren.

Zur gründlichen Vorbereitung dieses in seinem Umfang noch nie dagewesenen Holzabsatzes, dazu noch in völlig ungewohnter Jahreszeit, gehörte natürlich auch, dass Forstamtmann Horst Ebeling, fachlicher Betreuer der Katzberg-Forstgenossen, für jeden Trucker der Lauenförder Holzhandelsfirma im Vorfeld genaue Lagepläne vorbereitet hatte. Insofern gab es keine Irrfahrten für die Gespanne, wie auch Truckerin Yvonne aus Brandenburg bestätigte.

Der Grund für diesen ungewöhnlichen Transport ist eigentlich ganz klein: Viele der Bäume sind vom Borkenkäfer regelrecht überfallen worden – daher müssten viele der betroffenen Fichten und Lärchen aus dem Wald entnommen werden, bevor es zu einem Totalschaden komme, erklären die Forstverantwortlichen.

Von den Holzlagerplätzen an den nicht asphaltierten Waldwegen holte ein Spezialfahrzeug die 11,80 Meter langen Stämme und bugsierte sie am Wirtschaftsweg in die genau 12 Meter langen Schiffscontainer. So war auch hier Zentimeterarbeit beim Umladen des 60 bis 80 Jahre alten Holzes angesagt. Jeder Container fasst 30 bis 35 Stämme, wiegt dann bis zu 34 Tonnen, und wenn die Klappen zu sind, heißt es ab Richtung Hamburg. Dort werde jeder Container einer Begasung gegen Parasiten wie Pilze oder Insekten unterzogen, sodass das Holz steril im chinesischen Bestimmungshafen ankomme, wusste Ulrich Kulle, der als pensionierter Förster die Logistik des Tages überwachte.

Von der Forstgenossenschaft Hachmühlen gehörte auch Vorsteher Christian Herbst zu den Beobachtern der „bisher einmaligen Aktion in der langen Geschichte der Forstgenossen“. „Heute wurden 360 Festmeter gutes Holz auf einen Schlag aus dem Hachmühler und Altenhäger Teil des Katzbergs abgefahren, und das nur aufgrund der Borkenkäfersituation“, sagt Herbst, bestätigte jedoch erneut die Richtigkeit seiner Entscheidung, nicht länger mit dem Abtrieb der Fichten zu zögern. Dass dies erst jetzt passiert sei, habe am langen Warten auf den Harvester gelegen.



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