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1000 Jahre Nettelrede: Viele Fotos vom Festwochenende

NETTELREDE. Vor über 1000 Jahren rodeten Menschen im Deister-Süntel-Tal Nesseln, um sich ansiedeln zu können - daher der heutige Name des Ortes -, 1022 erwähnte Bischof Bernward von Hildesheim erstmals „Nitelrede im Merstengau“. Nun, 1000 Jahre später, feiert Nettelrede ein Jahrtausend Geschichte.

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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite
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Am Freitagabend wurde die dreitägige Feier mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal eröffnet – sowohl, um der Toten aus den Weltkriegen zu als auch der aktuellen Opfer von Krieg und Unterdrückung zu gedenken, wie Ortsbürgermeister Jan-Christoph Reich sagte.

1000 Jahre Nettelrede: Die Bilder vom Festumzug

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Quelle: Huppert

Allem Bösen solle etwas Gutes entgegengestellt werden, betonte er. Der Zusammenhalt der beiden Dörfer Nettelrede und Luttringhausen trage seinen Teil dazu bei.

Dunkle Zeiten im 30-jährigen Krieg

Im anschließenden Kommers im Festzelt kam Reich auf die lange Geschichte des Orts zu sprechen – der auch dunkle Zeiten erlebt hat. So sei etwa im 30-jährigen Krieg Bad Münder niedergebrannt worden; danach kamen die Soldaten nach Nettelrede. „Wer nicht freiwillig Geld und Schmuck herausrückte, wurde grausam hingerichtet“, so Reich. Einige Menschen seien in den Deister geflohen; der Legende nach sei dort sogar ein Kind geboren worden. Es folgten eine Hungersnot und 1626 die Pest, die 109 Todesopfer in Nettelrede forderte.

Ortsbürgermeister Jan-Christoph Reich eröffnet im Festzelt die Feierlichkeiten.

Auch nach 1000 Jahren noch lebendig

Auch erinnerte der Ortsbürgermeister an die Geschichte des Tempssteins, der den Söhnen der Familie Temps gestiftet war. Sie waren nach Amerika ausgewandert und hatten bei einem Heimatbesuch der Kirche und den Vereinen Geld gespendet. „Zwei Nachfahren der Familie leben noch in der Gegend“, sagte Reich und überbrachte deren Grüße. Auch von Hildegard Falck, der in Nettelrede geborenen Olympiasiegerin im 800-Meter-Lauf bei den Olympischen Sommerspielen 1972, richtete er Grüße aus.

Nach 1000 Jahren könnte ein Ort „Gefahr laufen, in die Jahre zu kommen“, meinte Reich. Doch das geschehe in „Grönje“ keineswegs: „Der Ort ist sehr lebendig“ – auch dank der Feuerwehr und der Vereine.

In „Ehrfurcht vor den meist unbekannten Menschen, die sich hier ansiedelten“, und mit der Hoffnung verbunden, dass Nettelrede auch noch in vielen Jahren lebenswert bleibe, eröffnete Reich offiziell die Feierlichkeiten.

1000 Jahre Nettelrede: Die Bilder vom Festauftakt mit Zeltdisco

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RP Zeltdisco (48)
Quelle: Erasmus

Feierlichkeiten das ganze Wochenende über

Am Samstag und Sonntag wird weitergefeiert – unter anderem mit einer Zeltdisco, einem Festumzug, einem Familiennachmittag und Livemusik (hier findet sich das gesamte Programm). Für Sonntag um 11 Uhr findet im Festzelt ein Festgottesdienst mit Regionalbischöfin Adelheid Ruck-Schröder und Pastor Dietmar Adler statt. Es spielt der Posaunenchor Bad Münder.

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