Nachhaltiger Umgang mit Möbeln?

Warum Klebefolien immer beliebter werden – obwohl sie aus Plastik sind

Schichtwechsel: Das Überkleben mit Folien liegt im Trend.

Ungesund, nicht nachhaltig, künstliche Optik: In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens ist Plastik ja schon stark verpönt. Kunststofffolien, mit denen sich das Zuhause und alle möglichen Gegenstände bekleben lassen, sind von der Plastikscham aber offensichtlich ausgenommen. Stattdessen wächst ihre Vielfalt auf dem Markt zusehends. Doch was steckt dahinter?

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Vielleicht ist das Folienfieber als Ausdruck einer neuen Bequemlichkeit zu werten: Denn während die Menschen früher zu Farbe und Pinsel griffen, muss heute nur geklebt werden. Um eine Folie aufzubringen, braucht es außer einem Maßband und einem Cuttermesser keinerlei Werkzeug, ja nicht einmal besonderes handwerkliches Geschick ist gefragt. Dazu kommt, dass Folien in der Regel nicht viel kosten und sich mit dem Bekleben schnelle Erfolge erzielen lassen.

Individualität durch Klebefolien

Und nicht zuletzt scheinen Folien die Lösung für jedes Problem zu bieten. Beliebt sind sie etwa, um gebrauchten Möbeln einen neuen Look zu verpassen – und stellen gerade bei besonders preisgünstigen Einrichtungsgegenständen oft die einzige praktikable Lösung dar: Denn moderne Möbel bestehen häufig aus Spanplatten mit einem Kunststoffüberzug, der sich nicht wie echtes Holz anschleifen und streichen lässt. Darüber hinaus sind Folien ideal, um der Einrichtung Individualität zu verleihen.

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So ist es dann nicht weiter tragisch, wenn im eigenen Zuhause die gleiche Kommode eines schwedischen Möbelherstellers steht wie bei Zigtausenden anderen Menschen – wenn nur die Schubladen mit Folie in Backsteinoptik, Blumenmuster oder einer besonders ausgefallenen Farbe versehen sind.

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Doch auch anderswo als auf Möbeln bieten Folien im Zuhause eine Menge Möglichkeiten. Wem etwa die Fensterbänke im eigenen Heim nicht zusagen, der beklebt sie einfach mit einem Marmor- oder Holzmotiv. Hässliche Fliesen hinter der Küchenzeile? Her mit der speziellen selbstklebenden Küchenrückwandfolie, die nach Maß geliefert wird, wasserabweisend, wärmebeständig und kratzfest ist und darüber hinaus auch ohne unpraktische Fugen auskommt, in denen sich Schmutz sammeln könnte.

Praktische Milchglasoptik im Bad

Wenn es um die Fenster geht, steht meist ebenfalls die Funktion im Vordergrund. Etwa im Bad oder in anderen privaten Räumen schützen Folien mit Muster oder Milchglasoptik vor unerwünschten Blicken. Gleichzeitig lassen sie viel Licht herein und sind unempfindlich gegen Feuchtigkeit.

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Bitte lächeln! Warum es gerade jetzt so guttut, gut zu sein

Die Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard hat sich mit der Kunst, gut zu sein, auseinandergesetzt. Gut sein, sagt sie, sei eine Entscheidung. Wie wir mit der Banalität des Guten der Banalität des Bösen die Stirn bieten können und was gut sein mit Übung, Haltung und menschlicher Wärme zu tun hat, darüber spricht Reinhard im Interview.

Relativ neu sind Fahrradfolien: Sie kommen zum Einsatz, wenn das eigene Rad etwas in die Jahre gekommen ist oder das gebraucht gekaufte Rad optisch nicht ganz den eigenen Vorstellungen entspricht. Dank der erstaunlichen Bandbreite an Folien können Radfahrer und Radfahrerinnen ihrer Persönlichkeit auf bisher ungeahnte Weise Ausdruck verleihen. Vom Vichy-Karo bis zum orangefarbenen Retroblumenprint für Siebzigerjahre­nostalgikerinnen und ‑nostalgiker reicht die Palette. Eine reflektierende oder neonfarbene Folie verspricht zudem mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Leicht abwaschbar, schwer entflammbar und wasserabweisend sind Klebefolien. Doch haben sie auch umwelttechnisch Vorteile? Es gibt heute auf jeden Fall viele Varianten, die frei von Weichmachern und bedenklichen Klebstoffen sind. Die Verwendung bewirkt außerdem einen nachhaltigeren Umgang mit Möbeln: Bevor man einen Tisch mit ramponierter Platte entsorgt, kann man ihn bekleben.