×
Rauchgase im „gefangenen Raum“ / Sechs Feuerwehren und Notarztteam alarmiert / Vorsorglich drei Techniker untersucht

Was einen Großeinsatz am Sana-Klinikum ausgelöst hat

Qualm in einem Technikraum hat am Montagabend einen Großeinsatz am Sana-Klinikum in Hameln ausgelöst. Drei Techniker seien vorsorglich untersucht worden, sagte Einsatzleiter Michael Wömpener.

Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Anzeige

HAMELN. Die Brandmeldeanlage hatte um 19 Uhr einen Feueralarm im ersten Untergeschoss gemeldet. Grund: In einem Technikraum hatten Brandgase einen Rauchmelder aktiviert. Nach Angaben der Feuerwehr waren kurz zuvor an einem Schaltschrank Wartungsarbeiten durchgeführt worden. Dabei sei es zu einem Lichtbogen gekommen, hieß es. Die Leitstelle löste Alarm für den Löschzug der Wachbereitschaft und alle vier Löschgruppen der Schwerpunktfeuerwehr Hameln aus. Zudem wurden die Ortsfeuerwehren Wehrbergen, Halvestorf, Unsen, Welliehausen und Holtensen, ein Notarzt-Einsatzfahrzeug und zwei Rettungswagen zum Krankenhaus geschickt. Da die Lage zunächst unklar war, sollten ausreichend Kräfte vor Ort sein. Nicht alle Feuerwehrleute wurden direkt am Sana-Klinikum eingesetzt. Das feuerwehrinterne Konzept sieht vor, dass die Ortswehren sogenannte Bereitstellungsräume in der Nähe des Objekts anfahren. Deshalb standen nicht nur auf der Gröninger Straße, sondern auch auf einer Nebenfahrbahn der Erichstraße und auf dem Thiewall diverse Lösch- und Rettungsfahrzeuge mit eingeschalteten Blaulichtern.

Spezialfahrzeug der Feuerwehr bringt Container zum Einsatzort

Brandamtmann Wömpener schickte unterdessen einen Trupp, der sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, in den „gefangenen Raum“ – so werden Zimmer genannt, die ausschließlich durch einen anderen Raum betreten werden können und fensterlos sind. Danach stand fest: Der Technikraum ist verqualmt. Einsatzleiter Wömpener forderte einen Spezialcontainer an, auf dem sich nicht nur Sonderlöschmittel, sondern auch Bauteile für ein Be- und Entlüftungssysteme befinden. Der Großbehälter wurde mit einem Wechselladerfahrzeug zum Einsatzort gebracht und an der Auffahrt der Notaufnahme abgestellt. Da absehbar war, dass sich dieser Einsatz in die Länge ziehen wird, hatte Wömpener in weiser Voraussicht den stellvertretenden Ortsbrandmeister Jorrit Kuelp damit beauftragt, einen sogenannten zweiten Abmarsch aufzubauen. Das ist ein Löschzug, der eingreifen kann, wenn ein zweiter Alarm eingeht. Um 19.46 Uhr wurde die Feuerwehr tatsächlich zu einem weiteren Brandeinsatz gerufen. In einem Gebäude der Lebenshilfe an der Emmernstraße hatte die Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst. Jorrit Kuelp besetzte einen Kommandowagen und fuhr mit den drei Feuerwehren der Sünteldörfer und der Drehleiter zur Emmernstraße. Das Notarzt-Einsatzfahrzeug wurde am Sana-Klinikum abgezogen – die Besatzung steuerte ebenfalls den zweiten Einsatzort an. Auch ein Rettungswagen rückte aus. Es habe verbrannt gerochen, hieß es. Die unklare Situation wurde erkundet. Am Ende stellte sich heraus: Zum Glück war nur Essen angebrannt. Die Feuerwehr lüftete quer.

Polizeikräfte aus dem ganzen Landkreis treffen am Klinikum ein

Am Sana-Klinikum trafen unterdessen nach und nach Streifenwagen aus dem ganzen Landkreis ein. Die Feuerwehr hatte aber Lage im Griff. Das Entlüftungsgerät, an dem sich ein langer und dicker Schlauch befand, zeigte rasch Wirkung, saugte den Qualm ins Freie. Um zu verhindern, dass Rauch durch die Tür des Technikraumes in das Untergeschoss wabert, hatte Wömpener einen mobilen Rauchverschluss anbringen lassen.

Feuerwehrleute bringen ein schweres Teil des mobilen Entlüftungssystems in das erste Untergeschoss.Foto: ube

Am 14. August 2021 war im Sana-Klinikum im Bereich der Sterilisationsanlage im ersten Untergeschoss ein Feuer ausgebrochen. Rauchgase hatten sich über den Materialaufzug in den OP-Bereich im zweiten Obergeschoss ausgebreitet.

Am frühen Morgen folgt der dritte Einsatz

Am Dienstagmorgen um 2.47 Uhr wurde der Löschzug der Wachbereitschaft ein drittes Mal angefordert – diesmal hatten Spaziergänger an der Karlstraße das Piepen eines Rauchmelders gehört. Unbekannt war, wo das Gerät vor einem Feuer warnte. Ohrenzeugen halfen den Feuerwehrleuten – sie zeigten auf ein Haus. „Wir haben dort geklingelt und erfahren, dass ein Rauchmelder im Treppenhaus ohne ersichtlichen Grund angeschlagen hatte. Ein Mieter hatte ihn bereits deinstalliert und ausgeschaltet“, sagte der Brandamtmann.

Das könnte Sie auch interessieren...



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt