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Steigende Preise: Heimischer Anbau sichert Zuckerbedarf

HERKENSEN. In unsicheren Zeiten hat die heimische Versorgung mit Grundnahrungsmitteln einen besonderen Stellenwert. Die letzte Rübenkampagne ist erst knapp zwei Monate vorbei, da wird bereits der Samen für die nächste Ernte in die Erde gebracht.

Peter Jahn

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Peter Jahn Reporter zur Autorenseite
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„Nachts ist es zwar noch frostig, aber der Boden ist reif. Das sonnige Wetter der letzten Tage sorgt für Bewegung auf den Feldern“, sagt Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauer-Verbandes Südniedersachsen. Und er fügt an: „Gerade in unsicheren Zeiten hat die heimische Versorgung mit Grundnahrungsmitteln einen besonderen Stellenwert.“ Da der Zucker in der EU derzeit knapp ist, steigt der Preis.

Die Zuckerrübenanbauer können vielerorts unter guten Bedingungen die Zuckerrüben aussäen. Die Bauern setzen auf Kontinuität bei der süßen Frucht, die Rübenfläche bleibt gegenüber dem Vorjahr etwa konstant. So auch bei Andreas Meyer in Herkensen. Auf 18,5 Hektar baut er wie im Vorjahr Rüben an. Auf einem Versuchsfeld von etwas über 7,5 Hektar drillt der Landwirt aus dem Coppenbrügger Ortsteil 13 verschiedene Sorten Rübensamen in die Erde. „Ende Mai oder Anfang Juni wollen wir im Rahmen eines Feldtages den Landwirten in der Region die Ergebnisse präsentieren“, erklärt Wollenweber. Neben der Aussaat von neuesten Zuckerrübensorten gehe es bei diesem Feldtag um weitere Fragestellungen bei Pflanzenschutz und Pflanzenbau, um den Rübenanbau zukunftsfähig zu gestalten.

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Mit steigenden Temperaturen in den letzten Tagen sind die Böden gut abgetrocknet. „Der Boden ist reif und die Rübensamen können jetzt in die Erde. Mit Aussaaten Ende März legen unsere Landwirte den Grundstein für einen guten Zuckerertrag“, so der Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauer-Verbandes. „Die Zuckerrübe hat dann genug Zeit, sich bis zur Ernte gut zu entwickeln. Aktuell kämpfen die Landwirte wie auch viele Bürger mit steigenden Kosten. „Die Märkte sind in Aufruhr“, so beschreibt es Wollenweber. Für die Landwirte sind insbesondere die Kosten für Kraftstoffe, Düngemittel und Maschinen massiv angestiegen. Wollenweber ist allerdings optimistisch, da Zucker knapp ist und die Preise steigen. Er sieht darin „eine notwendige Konsequenz, um die Kostensteigerungen mit höheren Rübenpreisen auffangen zu können“. Im Februar haben weltweit die Preise von Zucker um 10,38 Prozent höher gelegen als noch im Januar 2022.

Dirk Wollenweber (li.) und Andreas Meyer mit dicken Zuckerrüben aus einer Vorjahresernte. Foto: PJ

Seit dem Wegfall der Rübenquote hängt der Rübenpreis von den Entwicklungen am internationalen Zuckermarkt ab. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Die Rübenanbauer im Weserbergland haben sich 2021 über gute Erträge freuen können. Die Rüben haben ordentlich Masse angesetzt und der Zuckergehalt hat bei rund 18 Prozent gelegen. Die Kampagne ist länger gelaufen als ursprünglich geplant, bei Landwirte die zur Fabrik von Nordzucker in Nordstemmen geliefert haben, ist durch einen Schaden an der Anlage eine weitere Verzögerung dazugekommen.

Auf dem Versuchsfeld von Andreas Meyer zwischen Herkensen und Behrensen geht es darum bei den unterschiedlichen Sorten zu prüfen, wie sie auf Blattkrankheiten reagieren, ob mit ihnen noch höhere Erträge erzielt werden können. „Es geht um Rüstzeug für die Zukunft“, wie es Wollenweber umschreibt. Und der Geschäftsführer des Anbauer-Verbandes weiter: „Der heimische Anbau von Zuckerrüben garantiert eine sichere regionale Versorgung. Gerade in der aktuellen volkswirtschaftlich und sicherheitspolitisch angespannten Zeit leisten die Landwirte mit dem Zuckerrübenanbau einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Grundnahrungsmitteln.“ Außerdem werden mit Rübenschnitzeln, die nach dem Zuckerentzug bleiben, hochwertige Futtermittel erzeugt.




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