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Ludwig Ratzke:Der „Vater“ des Rasti-Lands ist tot

Weil er Anfang der 1970er Jahre Freizeitangebote für Familien mit Kindern vermisste, hatte Ludwig Ratzke eine bahnbrechende Idee, die den Grundstein legte für die wohl größte Besucherattraktion im Landkreis Hameln-Pyrmont – den 1973 eröffneten Freizeit- und Erlebnispark „Rasti-Land“. Am 17. Mai ist der Firmengründer und Seniorchef nun im Alter von 95 Jahren verstorben.

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Christiane Stolte Reporterin zur Autorenseite
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Aus dem kleinen Freizeitpark mit einem Spielplatz, einer Minigolf-Anlage und nur vier Fahrgeschäften, das waren eine Western-Eisenbahn, Oldtimer, ein Bootskanal und eine Gocart-Bahn, wurde der Park jedes Jahr um eine Attraktion erweitert, und immer mehr Besucher aus Niedersachsen und den umliegenden Bundesländern kamen.

Der kleine Park ist mittlerweile angewachsen auf eine Fläche von 160 000 Quadratmetern mit mehr als 45 Attraktionen, die jährlich rund 400 000 Besucher anziehen. Ermutigt durch seinen Beruf als Architekt und Bauingenieur in Coppenbrügge hatte Ludwig Ratzke Anfang der 1970er Jahre in der Nachbargemeinde Salzhemmendorf eine ausgebeutete Kiesgrube gekauft, um sie nach eigenen Plänen zu einem Freizeitpark umzugestalten. Parallel zu dem Park betrieb Ludwig Ratzke in Coppenbrügge mit einem Teilhaber eine Kiesgrube, ein Betonwerk und ein Architektenbüro, das 1956 eröffnet worden war.

Mut und Weitsicht bewiesen

Ludwig Ratzke war gebürtig aus Neisse im damaligen Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er ins Weserbergland und fand in Coppenbrügge eine neue Heimat. Er hinterlässt seine Frau, einen Sohn und eine Tochter sowie vier Enkel. Sein Sohn Steffen Ratzke teilte sich mit seinem Vater ab 1993 die Geschäftsführung. „Bis ins hohe Alter hinein hat sich mein Vater aktiv um das Rasti-Land gekümmert. Wir werden ihn und seinen Ideenreichtum sehr vermissen“, betont Steffen Ratzke, dem nun die Geschäftsführung des Freizeitparks allein obliegt. Eine der letzten Attraktionen, bei denen sich sein Vater mit seinen Ideen eingebracht habe, sei die Rafting-Bahn und der Innenausbau der Indoor-Halle gewesen.

Ludwig Ratzke habe mit dem Aufbau und dem Betrieb des Rasti-Landes unternehmerischen Mut und Weitsicht bewiesen und das Unternehmen so aufgestellt, dass es seit fast 50 Jahren nachhaltigen Erfolg habe. „Er hat damit nicht nur einen großartigen touristischen Anziehungspunkt im Flecken Salzhemmendorf geschaffen, sondern vielen Menschen Arbeit gegeben und schließlich Familien und Kindern unzählbare Stunden Freude und Erholung vermittelt“, betont Salzhemmendorfs Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening auf Anfrage. Das Mitgefühl gelte der Familie und allen Angehörigen.

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