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Das sind die kleinen Ausreißer, um die sich Polizei und Feuerwehr in der jüngsten Zeit kümmern mussten

Ausgebüxt und aufgegriffen – was aus diesen Tieren geworden ist

HAMELN-PYRMONT.Manche sind groß und stattlich, manche klein und unscheinbar, einige sind auf vier Beinen unterwegs, andere haben nicht mal Pfoten. Bei vielen handelt es sich um pelzige Freunde – es gibt aber auch gepanzerte Exemplare. Polizei und Feuerwehr haben in den vergangenen drei Monaten vermehrt mit Fundtieren zu tun. Darunter sind auch farbenfrohe Exoten.

Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Hamelner Wachbereitschaft ist mit Keschern und Körben ausgerüstet, denn: Die Tierretter fangen des Öfteren herren- oder frauenlose Haustiere ein oder transportieren sie von der Polizeiwache per Tier-Shuttle zum Tierheim Hameln, zu einem Tierarzt oder zur Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen (Landkreis Schaumburg). „Wir haben es nicht nur mit Ausreißern zu tun“, sagt Brandrat Thomas Breitkopf, Leiter der Wachbereitschaft.

Auch blinde Passagiere mussten schon eingefangen werden

Stimmt. Auch blinde Passagiere mussten schon eingefangen werden – gut anderthalb Jahre ist es her, da erschreckte in Hameln ein nicht ganz ungefährlicher Einwanderer ein Ehepaar. Der Skorpion war im Fliesenpaket von Italien nach Deutschland gereist. Zwei- bis dreimal pro Monat rücken die Tierretter der Feuerwehr aus. Der Tier-Shuttle wird dem Fundbüro in Rechnung gestellt. Echte Tierrettungen seien für Halter kostenlos, sagt Breitkopf.

In letzter Zeit sind es eher Haustiere, die Polizei und Feuerwehr beschäftigen – zuletzt am frühen Montagmorgen.

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Polizisten fingen ihn ein.

Ein Dackel und sein Kumpel auf Abwegen

Ein Lkw-Fahrer hatte um 3.50 Uhr an der Landesstraße 425 zwischen Börry und Bessinghausen zwei Hunde entdeckt. Der Mann fuhr nicht weiter – er sorgte dafür, dass die Ausreißer in Sicherheit gebracht werden. In der Wache nahmen der Dackel und sein größerer Kumpel erst einmal eine Mütze voll Schlaf. Der nächtliche Ausflug dürfte die beiden geschafft haben. Ein Polizist machte rasch ein Foto von den süßen Schläfern und postete es auf der Facebook-Seite der Polizei Weserbergland. Gesucht wurden Frauchen oder Herrchen. Feuerwehrleute, die um 5.30 Uhr alarmiert worden waren, kamen mit dem Tier-Taxi vorbei und brachten die „Abenteurer“ (O-Ton Polizei) zum Tierheim. Es dauerte nicht lange, da waren die beiden Racker wieder daheim.

Ein Schlange sorgt für Aufregung

Als haarige Sache entpuppte sich am Vormittag des 11. Mai ein Fall in Bad Münder. Dabei war gar kein Fell im Spiel. An der Angerstraße hatte jemand gegen 10.50 Uhr eine Schlange gesichtet. Polizei, Feuerwehr und Bauhof rückten aus, um den Ausreißer aufzuspüren. Zunächst vermutete die Polizei, dass es sich um eine giftige Korallenotter handelt, die in Amerika vorkommt. Nach einer erneuten Prüfung stellte sich jedoch heraus, dass das gefährlich aussehende Fundtier eine ungiftige Königsnatter ist. Durch ihre auffallende Färbung täuscht die Königsnatter vor, eine giftige Korallenotter zu sein. Deshalb kann sie leicht verwechselt werden. Die Schlange wurde zum Zoo in Bad Pyrmont gebracht.

Schildkröte in der Feldmark bei Welsede

Bereits vor einer Woche hat die Polizei Hessisch Oldendorf den Halter einer ausgebüxten Schildkröte gebeten, sich zu melden. Eine 65 Jahre alte Spaziergängerin hatte das Tier am Siekweg in der Feldmark von Welsede entdeckt. „Es ist unklar, wem die Schildkröte gehört“, sagt Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera. Sie sei vorübergehend bei einer NABU-Mitarbeiterin untergekommen.

Süße „Prinzessin“ - mit rosafarbener Schleife und Krone

In der letzten Zeit sind es vermehrt Hunde, die allein unterwegs waren. Am 4. Mai postete die Polizei ein Foto von einem Hund, der am Düth bei Rohrsen umhergeirrt war. Die Feuerwehr brachte den Vierbeiner ins Tierheim. Eine Userin schrieb unter den Post: „Der Halter hat sich gemeldet.“ Ende gut, alles gut.

Zwei Tage zuvor war an der Oesdorfer Straße in Bad Pyrmont ein Hund, der ohne Frauchen oder Herrchen unterwegs war, entdeckt worden. „Zur Sicherheit haben wir das Abenteuer des kleinen Ausreißers beendet“, schrieb die Polizei am 2. Mai auf ihrer Facebook-Seite. Der Beitrag wurde 121-mal geteilt. Der Hund wurde schließlich in die Obhut des Tierheims Hameln gegeben.

Glücklich ging die Geschichte um einen kleinen weißen Hund aus. Der Kleine sei von einer aufmerksamen Passantin „aufgegriffen“ worden, teilte die Polizei Hameln mit. Kurz darauf schrieb die Wache: „Der Hund ist wieder bei seinem Besitzer. Danke fürs fleißige Teilen.“

Sehr schnell ermittelt werden konnte auch die Halterin eines süßen Hundes (auffällig: rosafarbenes Halsband mit Schleife und Krone), der am 19. März allein auf dem Grasbrink in Klein Berkel unterwegs war.

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