weather-image
24°
11 000 Fans feiern Fanta 4 in der ausverkauften TUI-Arena

Superhelden des Sprechgesangs

Michi Beck (von links), Smudo und Thomas D. sorgten mit ihrer Show für eine Hip-Hop-Explosion par excellence. Fotos: Lars Andersen

Autor:

Lars Andersen

Hannover. Ja, sie sind immer noch fantastisch. Auch nach 30 Jahren ist der Hype um das Stuttgarter Hip-Hop-Quartett nahezu ungebrochen. In der Landeshauptstadt zelebrierten am Dienstag Smudo, Thomas D, Michi Beck und Tastenakrobat And.Ypsilon die hohe Kunst des Deutsch-Rap und begeisterten die Konzertbesucher mit einer schweißtreibenden Show.

Bereits 1989 folgte auf einem „Batman-Fest“ der Debütauftritt unter dem Namen „Die Fantastischen Vier“ – heute gelten die fünffachen Echo-Preisträger als Wegbereiter für Acts wie Cro oder Marteria. Dass „Aller Anfang Yeah“ ist, mussten auch die vier Jungs am Anfang ihrer Karriere erfahren. Gemeinsam mit ihrem Freund Andreas „Bär“ Läsker, er ist seit drei Jahrzehnten ihr Manager, feilschte man um Veröffentlichungen und hatte Erfolg: 1991 erschien ihr Stück „Jetzt geht’s ab“ auf dem ersten deutschen Hip-Hop-Sampler „Krauts With Attitude“. Trotz des Anspruchs, 100-prozentig deutschen Hip-Hop bieten zu wollen, rappten auf dem Longplayer nur drei Acts in deutscher Sprache – darunter auch Fanta 4.

Begleitet von lautem Jubel fällt der glitzernde Vorhang, und das Quartett beginnt die Show mit „Captain Fantastic“, dem Titelsong ihres gleichnamigen Albums, das am 27. April 2018 veröffentlicht wurde und kurz danach Goldstatus erreichte. In den Texten geht es um gesellschaftskritische Themen, die sich nach eigenen Aussagen gegen den weltweit zunehmend vorherrschenden Populismus richten.

Doch da sind ja auch noch die Songs, die den angenehmen Teil des deutschen Sprechgesangs repräsentieren – Lieder, mit denen die Formation Hip-Hop-Geschichte schrieb. Wie zum Beispiel „Die da?!“ – der früher von vielen Medien belächelte Titel, mit dem die Gruppe ihre Erfolgsstory einläutete. Da greift Thomas D auch noch mal in die Nostalgiekiste und zaubert die legendäre weiße Plastikbrille hervor.

So richtig lustig wird es, als Smudo aus einer großen Kartusche einen Zug Helium einatmet und mit Mickey-Maus-Stimme den Song „Pipis und Popos“ performt. Insbesondere die Kinder honorieren diese kurze Bespaßung mit viel Applaus. Überhaupt kann man diese Show mit einem generationsübergreifenden Familienurlaub ins Hip-Hop-Land vergleichen. Danach nimmt Smudo zu „Spiesser“ sein schon fast obligatorisches Bad in der Menge, bevor man sich mit dem bis dato erfolgreichsten Titel „MFG“, „Danke“ und „Zusammen“ zum Showdown rappt. Der endet mit einem Goldgirlandenregen zu dem Song „Troy“.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt