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Coldplay begeistern 37 000 Fans in der AWD-Arena / „Hallo Freunde, wie geht’s?“

Fetter Stadionrock, traumhafte Balladen und sanfte Dramaturgie

Laut einer Umfrage des Internet-Portals „Travelodge“ hören die Briten vor dem Einschlafen am liebsten die Musik von Coldplay. Das dürfte allerdings schon eine Weile her sein, denn die Fans in Hannover bekamen an diesem Abend alles andere als Kuschelrock von Chris Martin, Jonny Buckland (Gitarre), Will Champion (Schlagzeug) und Guy Berryman (Bass) verabreicht. Lediglich zur Einstimmung huschte eine wohl dosierte Prise Walzerglückseligkeit durch das weite Rund der AWD-Arena und verleitete den einen oder anderen Fan zu einer ungewollten Schunkeleinlage.

Zu weiterem Nachdenken blieb jedoch keine Zeit, denn mit dem instrumentalen Opener „Life In Technicolor“ betraten die vier Musiker endlich selbst die Bühne, waren aber zunächst nur als Schattenrisse hinter einem transparenten Vorhang zu erahnen.

„Violet Hill“ lässt den Vorhang fallen, während kurze Zeit später mit „Clocks“ die erste Coldplay-Hymne erklingt. Chris Martin tänzelt mit schwingenden Armen über die Bühne, räkelt sich zu den letzten Zeilen von „In My Place“ lasziv auf dem Catwalk.

Vorbei die Zeiten, als sich Martin vor einigen Jahren noch müde und distanziert auf der Bühne bewegte – heute geht der Frontmann auf Tuchfühlung mit den Fans, nutzt zusammen mit der Band zwei kleine Center-Bühnen, auf denen er sich fast auf Augenhöhe mit den Fans befindet.

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Dabei werden Songs wie „Talk“, „The Hardest Part“, mit Martin am Piano, und „Postcards From Far Away“ zu bewegenden Momentaufnahmen für die Fans.

Scheinwerfer fegen über die Köpfe des Publikums, als der iTune-Song „Viva La Vida“ erklingt, später sorgt der wohl bis dato bekannteste Song der Band noch einmal in einer Remix-Version für euphorischen Jubel unter den Fans. Da kommen sogar die Promis aus Politik, Wirtschaft, Sport und aus dem Musikbusiness ins Schwärmen. So wurden unter anderem im VIP- und Pressebereich Ministerpräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina, Wolfgang Jüttner mit Tochter Janeke, Carsten Maschmeyer, Klaus Meine und Rudolf Schenker gesichtet.

„Lost“, „Death And All His Friends“ – es kommen die warmen Momente, die nachdenklichen Songs, in denen es um Leben, Sterben, Trauer, aber auch Freude geht. Martin versetzt das Publikum mit seinen Songs in ein Wechselbad der Gefühle, bäumt sich auf und lässt sich ebenso schnell wieder fallen.

Mit dem weltweit Platin-veredelten Album „Viva La Vida…“ hat sich Coldplay wieder ein Stück weiterentwickelt, sich der musikalischen Unsterblichkeit ein weiteres Stück genähert. Ohne Zweifel, ein großer Verdienst des Co-Produzenten Brian Enno, der mit seinem scheinbar nie endenden Ideenreichtum noch mehr aus der Band herausgeholt hat.

Wo Coldplay draufsteht ist auch nach wie vor Coldplay drin – doch so viel erstklassiges Songmaterial wie bei „Viva La Vida…“ war bis dato auf keinem Longplayer der Gruppe verewigt worden.

Mit sieben Grammy-Nominierungen in diesem Jahr, letztendlich gewannen sie drei, und ihrer grandiosen Live-Performance, gelten sie heute als die größte Rock/ Pop-Band des Planeten. Davon konnten sich mehr als 37 000 Fans in der AWD-Arena hautnah überzeugen.

Bereits einen Tag später, gegen 14 Uhr, war die Bühne samt Technik verladen. Zu diesem Zeitpunkt waren außerdem zwei Drittel des Rasens, auf dem Hannover 96 bereits am kommenden Samstag die TSG Hoffenheim zum Punktspiel der Fußball-Bundesliga empfängt, von den Abdeckungen befreit.

37 000 Fans feierten an einem wunderbaren Sommerabend ein friedliches Musikfest. Ins Bild passen dabei die Meldungen der Polizei und der Feuerwehr, die von einem extrem ruhigen Abend ohne Vorfälle sprachen, sowie des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der lediglich eine Hilfeleistung registrierte.

ï Bei „Yellow“ verwandelte sich das Stadion in ein gelbes Lichtermeer.

ð Chris Martin ging auf Tuchfühlung mit den Fans




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