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Sergej Gorpishin auf den Spuren seines Vaters

SPRINGE. Zwei Wochen Pause hat Sergej Gorpishin ab heute. Die kann der 20-Jährige gut gebrauchen. Denn seit der Kreisläufer im Sommer von den Handballfreunden Springe zum HC Erlangen gewechselt ist, ist sein Leben deutlich aufregender geworden – und anstrengender.

Sergej Gorpishin, hier noch im Springer Trikot, freut sich, dass er von den vielen Routiniers in Erlangen jede Menge lernen kann. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Das liegt aber nicht nur am Sprung von der 3. in die 1. Liga und dem dadurch deutlich höheren Trainingspensum. „Ich bin ja zum ersten Mal weg von zu Hause und habe angefangen zu studieren“, sagt Gorpishin, der nach dem HF-Abstieg aus der 2. Liga aus Hildesheim nach Springe kam, um bei Weltmeister Sebastian Preiß, der im gleichen Jahr aus Erlangen an den Deister wechselte, zu lernen.

Jetzt ist er – mit etwas Verspätung – einer der Nachfolger von Preiß beim HCE. Und schaut sich von anderen Topstars jede Menge ab. Er spielt zwar hauptsächlich in der Erlanger Reserve in der 3. Liga Ost, „aber ich trainiere nur mit dem Bundesliga-Team“, sagt Gorpishin. Von Leuten wie Michael Haaß oder Nikolas Katsigiannis „kann ich viel lernen und alles aufsaugen“. Siebenmal die Woche trainiert er, dazu kommen die Spiele in der 3. und 1. Liga.

Die Uni lässt er dafür an manchen Tagen sausen, wenn abends ein wichtiges Spiel ansteht. „Es ist gut, was für den Kopf zu machen, aber es ist nicht so leicht die richtige Balance zu finden“, sagt er. „Aber ich bin vor allem wegen Handball hier, will meine Chance nutzen – studieren kann ich immer noch.“

Bei den meisten Bundesliga-Spielen des HCE sitzt er auf der Bank. Ein paar Mal stand er auch schon auf der Platte, gegen Hannover-Burgdorf oder Kiel etwa. Da hieß Erlangens Trainer noch Robert Andersson, der im Oktober von Aðalsteinn Eyjólfsson abgelöst wurde – dessen Vertrauen muss sich Gorpishin noch erarbeiten. „Aber der Trainer beschäftigt sich mit mir, gibt mir Feedback, so wie ich mir das gewünscht habe“, sagt Gorpishin.

Dessen Name ist in Erlangen bekannt. Sein Vater Slava – heute Co-Trainer der HF – spielte von 1995 bis 2000 in Erlangen – Sergej wurde dort geboren. „Vor allem den älteren Fans ist mein Nachname noch ein Begriff“, sagt Sergej Gorpishin, „aber auch den Sponsoren noch. Neulich war ich beim Zahnarzt – dessen Eltern hatten früher meine Eltern behandelt.“

Wegen der EM-Pause bis Anfang Februar hat der 20-Jährige jetzt zwei Wochen frei – und hat sich einen Besuch beim Training der HF fest vorgenommen. „Die Jungs freuen sich immer – vor allem, wenn ich eine Kiste Bier mitbringe.“

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