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Der Rückstand der HF Springe wächst wieder

SPRINGE. Während seine Spieler noch duschten, verschwand Oleg Kuleschow bereits im Mannschaftsbus und ward nicht mehr gesehen. Der Trainer der Handballfreunde Springe war bedient ob der Abreibung, die der Oranienburger HC dem Tabellendritten der 3. Liga Nord verpasst hatte.

Die Springer mit Jons Borgmann (v. l.), Maximilian Schüttemeyer, Tim Otto und Fabian Hinz verloren klar beim Oranienburger HC mit Kreisläufer Robert Herz (2. v. l.). Foto: Noll

Autor:

Stefan Blumberg

Mit dem 24:31 (11:11) ist der der Rückstand auf Platz zwei wieder auf fünf Punkte angewachsen. Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch eine Schiedsrichter-Entscheidung, die für die Springer eigentlich ein Vorteil hätte sein sollen.

Oranienburgs Kapitän Robin Manderscheid erhielt nach einem vermeintlichen Foul an HF-Kreisläufer Sebastian Preiß bereits in der 22. Minute die Rote Karte. Einhellige Meinung aus dem Oranienburger Lager: Fehlentscheidung. „ „Ich hatte meine Arme unten und stand nur da. Der Springer Spieler kracht voll auf mich rauf, sein Kopf prallt auf meine Brust. Ein Stürmerfoul“, sagte Manderscheid.

Doch die Hinausstellung sorgte bei den Oranienburgern für eine Initialzündung. Bis dahin hatten die Gäste das Spiel von vorn geführt. Springe spielte dynamisch, agil, erarbeitete sich Chancen – und traf. Ganz anders der OHC, der erst nach sieben Minuten zum ersten Mal traf – da führte Springe schon 3:0. „Da haben wir zu pomadig gespielt“, so OHC-Coach Christian Pahl.

Der Tabellendritte legte weiter vor (5:2 und 7:3). „Hier hätten wir uns richtig absetzen müssen“, meinte Springes Kapitän Fabian Hinz. Aber irgendwie blieb der OHC auf Tuchfühlung. Bis zu jener 22. Minute, als Manderscheid und Preiß kollidierten, rannte der OHC in gebührendem Abstand hinterher. „Die rote Karte gegen Robin trieb uns nach vorn, weil wir uns verarscht fühlten. Wegen so einer Entscheidung wollten wir das Spiel erst recht nicht verlieren“, sagte Rechtsaußen Nils Müller kopfschüttelnd.

Zuschauer und Heim-Mannschaft peitschten sich jetzt gegenseitig an. Nach den Toren von David Sauß (2), Dennis Schmöker und Per Kohnagel (mit der Pausensirene) stand es nach 30 Minuten 11:11. „Wir verloren nach der roten Karte völlig den Faden – unverständlich“, beklagte Hinz, der noch Minuten nach dem Ende in der Halle saß und grübelte, wie sich das Blatt so wenden konnte. Und Christian Pahl, der die Disqualifikation gegen seinen Kapitän nicht nachvollziehen konnte, stellte nüchtern fest: „Am Ende muss ich mich bedanken, dass die Schiris uns mit ihrer Entscheidung ins Spiel gebracht haben – und die Halle auch.“

Nach Wiederanpfiff machte der OHC genau da weiter. Die Spieler zerrissen sich, kämpften einer für den anderen. Beim 12:11 lag der OHC das erste Mal vorn, beim 15:13 mit zwei Toren, beim 17:14 mit vier Toren. Die HF deckten jetzt offensiver, glichen in der 46. Minute zum 19:19 aus – aber es war ein erneutes Wecksignal für Oranienburg. Sieben Minuten später stand es 24:20, kurz danach 27:21. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt, wir brauchen diese Emotionen“, sagte Pahl. Springe agierte nun zahnlos. Hinz’ Fazit: „Der Sieg für Oranienburg fiel am Ende etwas zu hoch aus, aber er ist auf jeden Fall verdient.“

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