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Filmfestival in Cannes

Sandra Hüller über Druck am Filmset - Jude Law als König

Schauspielerin Sandra Hüller («Toni Erdmann») ist gleich mit zwei Filmen im Wettbewerb von Cannes dabei. Der Brite Jude Law spielt König Heinrich VIII. - und sieht die Monarchie als «großes Theater».

Autor:

dpa
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Nicht alle Filmemacher arbeiten nach Ansicht von Schauspielerin Sandra Hüller am Set angemessen. Angesprochen auf ihre Zusammenarbeit mit Regisseurin Justine Triet sagte die 45-Jährige am Montag in Cannes: «Justine hat keinerlei Druck ausgeübt, was eine wirklich gute Arbeitsweise ist, wie ich finde. Einige Leute könnten sich ein Beispiel daran nehmen... ja, wirklich.»

Hüller ist die Protagonistin in Triets Wettbewerbs-Film «Anatomy of a Fall». Sie spielt die Autorin Sandra, die sich nach dem Tod ihres Manns vor Gericht verantworten muss. Dem psychologischen Justiz-Drama geht es nicht vordergründig darum aufzuklären, was passiert ist. Stattdessen handelt es von der Grenze zwischen Fiktion und Realität und dem Scheitern einer Ehe.

Jude Law als König Heinrich VIII.

Schauspieler Jude Law sieht in der britischen Monarchie «eine Art Theater». Das sagte der 50-Jährige bei den Filmfestspielen in Cannes. «Ich verfolge es nicht wirklich. Ich finde es als ein Kapitel der Geschichte irgendwie faszinierend. Aber ich bin kein Freund von Klatsch und Tratsch.»

Schauspieler Jude Law bei den 76. Internationalen Filmfestspielen in Cannes.

Law ist im Wettbewerbs-Film «Firebrand» (Regie: Karim Aïnouz) als König Heinrich VIII. (1491-1547) zu sehen. Dieser ist unter anderem dafür bekannt, dass er zwei seiner sechs Ehefrauen hinrichten ließ. Es sei bemerkenswert gewesen, sich mit dieser mittelalterlichen Geschichte zu beschäftigen «und zu sehen, wie sie auf die heutige Zeit übertragen werden kann», sagte Law.

«Firebrand» handelt hauptsächlich von Catherine Parr (1512-1548), der letzten Frau von König Heinrich VIII. Sie wird von Alicia Vikander gespielt. Das historische Drama erzählt von Parr und ihren Überzeugungen, die nicht immer mit denen ihres Ehemannes übereinstimmten. Sie war belesen, soll sich liebevoll um Heinrichs Kinder aus früheren Ehen gekümmert haben und schrieb auch selbst: So war sie die erste Frau, die ein englisches Buch unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte. Außerdem hegte sie Sympathien für protestantische Reformer. Das brachte sie in große Gefahr. Denn Heinrich war im Kern katholisch, obwohl er selbst die Autorität des Papstes abgelehnt hatte. Protestanten wurden als Ketzer verfolgt.

König Heinrich VIII. litt am Ende seines Lebens unter einem schlimm verletzten Bein, dessen Verfaulungsprozess im Film in vielen Details gezeigt wird. Law erzählte am Montag, er habe sich extra ein Parfüm kreieren lassen, das diesen Geruch nachahme - und sein Filmteam am Set damit erfreut.




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