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Disney-Klassiker «Pinocchio» verzaubert neu mit Tom Hanks

Vor über 80 Jahren kam der Walt-Disney-Klassiker «Pinocchio» ins Kino. Bei Disney+ startet nun eine Live-Action-Neuauflage mit Tom Hanks als Puppenschnitzer Geppetto. Kann sie überzeugen?

Autor:

dpa
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Sie ist weltberühmt, Carlo Collodis Geschichte vom Holzschnitzer und Spielzeugmacher Geppetto und seiner Marionette. 1883 brachte der italienische Autor sein Werk über Pinocchios Abenteuer heraus, es gehört zu den beliebtesten Kinderbüchern. Aus einem Holzklotz schnitzt Geppetto eine Puppe, die mit Hilfe einer blauhaarigen Fee über Nacht lebendig wird. Pinocchio kann sich ohne Fäden bewegen und sprechen. Er wächst dem alten Mann wie ein Sohn ans Herz.

Pinocchio mit einer Nase, die bei jeder Lüge wächst, will zu einem «echten» Jungen werden. Das ist ein abenteuerliches Unterfangen mit vielen, teils gefährlichen Begegnungen. Mit einer sprechenden Grille als Wegbegleiter zieht er in die Welt hinaus - von einem Wanderzirkus mit dem geldgierigen Puppenspieler Stromboli, über die Vergnügungsinsel «Pleasure Island» bis in den Bauch eines riesigen Wals.

Walt Disney machte die Figur dann wohl unsterblich, als «Pinocchio» 1940 als zweiter abendfüllender Zeichentrickfilm der Disney-Studios (nach «Schneewittchen und die sieben Zwerge», 1937) auf die Leinwand kam und zwei Oscars gewann. Seither war die freche, neugierige Puppe Stoff für Dutzende Film - und TV-Produktionen. Und das Interesse an dem Märchen flaut nicht ab.

Aus Alt mach Neu

Eine Live-Action-Neuauflage des Zeichentrick-Klassikers startet nun (8. September) beim Streamingdienst Disney+. Das Walt Disney Studio setzt dabei auf die Zugkraft von Stars und auf moderne CGI-Effekte, also am Computer hergestellte Szenen. Der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks (66) verwandelt sich mit grauen Locken, Schnauzbart und Nickelbrille in den Schreiner Geppetto, der 13-jährige Brite Benjamin Evan Ainsworth («Spuk in Bly Manor») verleiht Pinocchio seine Stimme.

Die preisgekrönte Schauspielerin und Sängerin Cynthia Erivo wird mit Hilfe von digitalen Effekten zur schwebenden, blauen Fee - und verzaubert mit dem magischen Song «When You Wish Upon A Star». Luke Evans, der in der Disney-Neuauflage «Die Schöne und das Biest» den kraftstrotzenden Schönling Gaston spielte, wird nun als Kutscher zum Fiesling. Joseph Gordon-Levitt («Inception») taucht nur mit seiner Stimme auf, allerdings in der wichtigen Rolle von Jiminy Grille. Das computeranimierte grüne Insekt, mit Zylinder, Frack und Sonnenschirm, ist zugleich Erzähler, Pinocchios Begleiter und dessen «Gewissen».

Modernste Technik im Einsatz

Sieben Jahre lang war «Pinocchio» in der Mache, nach einem Drehbuch von Chris Weitz («Rogue One: A Star Wars Story») unter der Regie von Hollywoods Effekte-Meister Robert Zemeckis («Zurück in die Zukunft»). Zemeckis hatte Hanks bereits für «Forrest Gump», «Cast Away» und «Der Polarexpress» vor die Kamera geholt. Schon 2004 hatte er in dem fantastischen Weihnachtsmärchen «Der Polarexpress» bahnbrechende Technik verwendet. Mit Performance-Capture-System wurde die Mimik und Gestik von Schauspielern auf digitale Filmfiguren übertragen. Hanks stand real vor der Kamera, doch sämtliche Filmschauplätze entstanden im Computer.

Auch jetzt zieht Zemeckis alle Register der modernen Tricktechnik, aber «Pinocchio» setzt gleichzeitig auf Nostalgie. Der Film hält sich im Kern treu an die Klassiker-Vorlage. Warmes Kerzenlicht erhellt Geppettos alte Holzwerkstatt, Pinocchio trägt den bekannten gelben Hut, blaue Fliege und die kurzen, roten Hosen. Und er folgt dem bewährten Ratschlag der blauen Fee: «Sei mutig, aufrichtig und selbstlos». Neu sind einige Songs (auch Hanks stimmt Lieder an), die Möwe Sofia ist erstmals dabei und am Ende des Märchens wartet eine kleine Überraschung.

Darauf können sich Fans freuen

Hollywood hat Pinocchio zu seinem neuen Star erkoren. Lionsgate Entertainment brachte im März den Animationsfilm «Pinocchio: A True Story» heraus, Netflix wiederum will eine eigene Version von Dezember an zeigen. Dazu hat der Streaming-Riese den Oscar-Preisträger Guillermo del Toro («Shape of Water - Das Flüstern des Wassers») gewonnen. Er siedelt seine düstere «Pinocchio»-Nacherzählung im faschistischen Italien der 1930er Jahre an. Der Regisseur nennt sein in der Stop-Motion-Technik gedrehtes Herzensprojekt eine «kleine Fabel über Liebe, Leben und Ungehorsam». Stars wie Ewan McGregor, Cate Blanchett und Christoph Waltz leihen den Charakteren im Original ihre Stimmen.

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