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Während der Rettung: Rettungswagen mit Patient an Bord bei Völksen verunglückt

VÖLKSEN. Drei leicht verletzte Personen kommen in die Klinik – drei Fahrzeuge sind nicht mehr fahrbereit. Das ist die traurige Bilanz eines Unfalls am Sonnabendmorgen auf der Bundesstraße 217,
an dem ein Rettungswagen beteiligt war. Die Rettungswagenbesatzung wollte den Unfallbeteiligten eigentlich nur zur Hilfe eilen. Dann prallte ein Taxi auf das Rettungsfahrzeug.

VU B217 Völksen 09122017 (04)

Von Anfang an: Ein 65-jähriger Fahrer eines Sattelzuges prallte auf der eisglatten Fahrbahn der Bundesstraße 217 am frühen Samstagmorgen zwischen Völksen und Steinkrug/Bennigsen in die Mittel- und Seitenschutzplanken.  Der Auflieger wurde von einer meterlangen Stahlplanke aufgeschlitzt. Ein Rettungswagen (RTW) mit Patient an Bord kam auf die Unfallstelle zu. Als die RTW-Besatzung nach dem Lkw-Fahrer sehen wollte,  prallte ein Taxi in das Heck des abgestellten und mit Blaulicht abgesicherten Rettungswagens und wurde total zerstört. Drei leicht verletzte Insassen aus drei Fahrzeugen wurden in eine Klinik gebracht.  Alle drei Fahrzeuge sind nicht mehr fahrbereit. Die Bundesstraße 217 musste für Aufräum- und Bergungsarbeiten für insgesamt dreieinhalb Stunden zeitweise in beiden Richtungen voll gesperrt werden.

Der Sachschaden ist erheblich. Laut Polizei fuhr gegen 4.00 Uhr ein 65-Jähriger aus Aerzen mit einem MAN-Sattelzug und einem unbeladenen Auflieger einer Spedition aus Bad Pyrmont auf der Bundesstraße 217  aus Richtung Völksen kommend in Richtung Hannover. Zu diesem Zeitpunkt waren bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt, die vier durch den Deister führenden Fahrbahnen mit einer Glatteisschicht überzogen  und nicht abgestreut. Auf der Gefällstrecke nach der Kuppe kam der 65-Jährige mit dem Sattelzug etwa 600 Meter vor der Abfahrt Steinkrug/Bennigsen ins Schleudern.  Die Zugmaschine prallte in die Mittelschutzplanke, die auf einer Länge von etwa 20 Metern auch mit den Haltepfosten in Richtung der Gegenfahrbahn gebogen wurde. Durch die Wucht des Aufpralls des Sattelzuges  wurde eine etwa 15 Meter lange Stahlschiene der Mittelschutzplanke nach oben gebogen. Dann drang der Stahl in die linke Seitenwand des Aufliegers ein und riss diese auf einer Fläche von etwa zwei Quadratmeter auf.  Die Stahlschiene wurde abgerissen und vom Auflieger am Heck mitgeschleift. Der Lastwagen schleuderte geradeaus weiter, quer über beide Fahrbahnen und prallte in die rechte Seitenschutzplanke, die  ebenfalls auf etwa 20 Metern nach außen gebogen wurde. Letztendlich kam der Sattelzug nicht mehr fahrbereit mit einer schwer beschädigten Zugmaschine etwa 130 Metern nach dem ersten Aufprall auf dem  rechten Fahrstreifen zum Stehen. Der 65-Jährige zog sich ein Schleudertrauma zu.

Ein Rettungswagen der DRK-Rettungswache Springe, der sich am Morgen auf der Bundestraße 217 mit einem Patienten als Krankentransport auf dem Weg zum Klinikum Robert Koch Gehrden befand, kam Minuten später auf die Unfallstelle zu. Der 20-jährige Fahrer stellte das Fahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht am rechten Fahrbahnrand vor der Unfallstelle ab. Als die 30-jährige Notfallsanitäterin  den Patientenraum verließ, um zum Lastwagen zu gehen, prallte ein Taxi in das Heck des RTWs. Die Sanitäterin zog sich leichte Verletzungen zu. Der Patient im RTW bleib unverletzt und überstand  den Heckaufprall mit dem Schrecken.

Den VW Touran eines Taxiunternehmens aus Hameln lenkte ein 53-jähriger, der sich auf einer Leerfahrt nach Hannover befand, um dort einen Fahrgast aufzunehmen. Durch die Wucht des Aufpralls,
wurde das Heck des RTWs und die komplette Front des VW Touran zerstört. Der Taxifahrer zog sich leichte Verletzungen zu. Die Regionsleitstelle entsandte drei weitere Rettungswagen zur Unfallstelle.  In einem kam der Patient aus dem nicht mehr fahrbereiten RTW ins Klinikum, in den beiden anderen der Fahrer des Sattelzuges und der Taxifahrer.

Für die Reinigung der mit Trümmern übersäten Fahrbahnen und die Bergung der drei Fahrzeuge musste die Bundesstraße 217 für insgesamt etwa dreieinhalb Stunden in beiden Richtungen  zweitweise voll gesperrt werden. Die Gesamtschadenhöhe ist erheblich und muss laut Polizei noch genau ermittelt werden. Eine Funkstreifenwagen-Besatzung der Polizei hielt nach dem Unfall alle Autofahrer  auf der Auffahrt zum Deister der Bundestraße 217 in Richtung Hannover an und erläuterte den Fahrern die Gefahrensituation mit dem Glatteis und wies diese an, die Strecke sehr langsam zu passieren.

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