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SEK-Einsatz in der Bahnhofstraße

BAD MÜNDER. In der Bahnhofstraße in Bad Münder hat es in den frühen Morgenstunden einen Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) gegeben. Während des Einsatzes war die Bundesstraße 442 eine Dreiviertelstunde lang gesperrt.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

BAD MÜNDER/HACHMÜHLEN. Die Polizisten kamen am frühen Freitagmorgen – mit Blendgranaten, Rammen und Kettensägen: Ein Spezialeinsatzkommando hat in einem polizeibekannten Haus an der B 442 zwischen Hachmühlen und Bad Münder sechs Personen festgenommen und Drogen sichergestellt. Die Spezialisten durchsuchten bei dem mehrstündigen Einsatz mehrere Wohnungen und setzten dabei auch Rauschgift-Suchhunde ein.

Den großen Aufwand samt SEK-Trupp rechtfertigte laut Polizei vor allem einer der Verdächtigen: Der Wohnungsinhaber sei als potenziell gewalttätig bekannt – und in Besitz einer scharfen Schusswaffe, von der er „auch Gebrauch machen könnte“, wie die Polizei gestern mitteilte. Entdeckt wurde am Ende aber nur eine Schreckschusspistole.

Dass in dem Haus nahe des Deisterbahnhofs etwas vor sich ging, das merkten am Morgen vor allem Autofahrer: Die B 442 blieb zu Beginn des Einsatzes in Höhe Dyes-Siedlung 45 Minuten lang voll gesperrt. Als der Verkehr wieder rollte, hatte sich das SEK bereits mit einer Ramme und Kettensägen Zugang zu den ersten Wohnungen verschafft und die Bewohner mit Blendgranaten außer Gefecht gesetzt. Hintergrund des Einsatzes waren laut Polizeisprecher Jens Petersen gleich mehrere laufende Verfahren wegen unerlaubten Handels mit Marihuana. Weil die Ermittler bei den Verdächtigen noch härtere Drogen vermuteten, habe ein Richter zunächst die Durchsuchung von zwei Wohnungen angeordnet.

Drinnen trafen die Polizisten nicht nur die zwei Wohnungsinhaber (26 und 45 Jahre) an, die sich laut Petersen widerstandslos festnehmen ließen. Auch vier unbeteiligte Personen seien in Gewahrsam genommen worden: Bei ihnen habe man geringe Mengen Drogen gefunden – sie stünden aber nicht in Verbindung zu den ursprünglichen Verfahren. In den Wohnungen und dazugehörigen Kellerräumen stießen die Beamten bei ihrer Suche an mehreren Stellen auf versteckte Drogen. Kurzfristig entschlossen sie sich, weitere Durchsuchungen zu beantragen, die ein Richter kurzfristig anordnete. Weil es nun noch mehr zu tun gab und zusätzlich Garagen und Schuppen untersucht werden mussten, forderten die Polizisten weitere Verstärkung aus Hameln an, um so die ermittelnden Beamten von der Polizei Bad Münder zu unterstützen.

In der Wohnung des 45-Jährigen fanden die Einsatzkräfte neben Drogen auch eine Pistole – offenbar nicht scharf, sondern eine Schreckschusswaffe. Da gegen den 45-Jährigen außerdem ein Haftbefehl vorliegt, sollte er so bald wie möglich einem Haftrichter beim Amtsgericht Hannover vorgeführt werden.

Der gesamte Einsatz an der Bundesstraße zog sich gestern bis zum Mittag hin. Zu tun gibt es aber auch danach noch genug für die Ermittler: Man müsse die sichergestellten Drogen genau erfassen und auswerten: Erst dann stehe auch fest, auf welche Stoffe genau die Polizisten gestoßen seien, so Petersen.

Das Haus an der B 442 ist für die Polizei übrigens nicht zum ersten Mal einen Besuch wert gewesen: Im Juni 2014 stießen Fahnder dort auf eine riesige Cannabis-Plantage mit 987 Pflanzen – niedersachsenweit der größte derartige Fund in dem Jahr. Die damaligen Besitzer hatten zwei Etagen des Gebäudes zu einem riesigen Gewächshaus ausgebaut – samt aufwendiger Belüftungs- und Bewässerungstechnik. Die beiden Männer wurden später bei einem Prozess am Amtsgericht Hameln zu Bewährungsstrafen verurteilt.

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