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Erschöpft und wohlauf: Springes Feuerwehr zurück aus Meppen

SPRINGE/MEPPEN. Das Feuer ist zwar noch nicht gelöscht – die 44 Feuerwehrleute aus Springe, die beim Bekämpfen des Moorbrandes in Meppen geholfen haben, müssen aber trotzdem wieder zurück in die Heimat: Ihre Heimfahrt hatte sich immer wieder verzögert, spät in der Nacht von Sonntag auf Montag ging es los.

Die Feuerwehr trifft in der Nacht in Ronnenberg ein. FOTO: HERRMANN

Autor:

saskia helmbrecht und BERNHARD HERRMANN

Zugführer Sascha Wedekind ist nach dem zweitägigen Löscheinsatz bei der Moorbrand-Katastrophe gestern Morgen heiser – Pausen hatten die Einsatzkräfte keine. „Wir konnten uns vielleicht mal ein, zwei Stunden im Fahrzeug hinlegen und uns aufwärmen, es war ja doch sehr kühl und es hat genieselt“, berichtet Wedekind. Als der Einsatz Freitagnacht gestartet war, mussten die Springer in ihren Fahrzeugen auf dem Gelände schlafen, erst Sonnabendmorgen konnten sie in einer Turnhalle untergebracht werden. Die Springer waren vor Ort für die Wasserbeförderung zuständig – mehr als vier Millionen Liter Wasser haben sie transportiert.

Wedekind ist jetzt froh, wieder zu Hause zu sein. „Und es geht allen gut, das ist die Hauptsache“, betont er. Die Kooperation mit anderen Helfern und Fachgruppen habe im Emsland „hervorragend geklappt“. Sogar Anwohner hätten für die Einsatzkräfte gegrillt und Salate gebracht. „Die Stimmung war super und es hat Spaß gemacht, es war viel junges Personal da, die sonst noch nie bei so einem Einsatz dabei waren.“

Auch Robin Fricke lobt die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Helfern – auch wenn man sich gar nicht kannte, hätten die Abläufe überraschend reibungslos geklappt. „Erst stand gar nicht fest, wo wir eingesetzt werden sollten, die ersten paar Stunden haben wir daher mit Warten verbracht, das war schon etwas nervig.“ Als sie dann endlich der Einsatzbefehl erreichte, seien alle wieder hoch motiviert gewesen. „Gerechnet hat damit keiner so richtig, als Freitagabend die Alarmierung kam, das war schon eine kleine Überraschung“, sagt Fricke. Immerhin hieß es noch am Vormittag, die Lage sei etwas entspannter. In nicht einmal zwei Stunden mussten die Freiwilligen alles zusammenpacken und aufbrechen. „Das war schon sehr stressig, zwei Tage lang fast ohne Schlaf.“ Heute können sich die Helfer noch in Ruhe entspannen und ausruhen.

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Noch in der Nacht informierte der Einsatzleiter der Feuerwehrbereitschaft III, Eric Pahlke, dass allen Feuerwehrleuten nach der Ankunft zuhause ab etwa 2 Uhr eine Pause von elf Stunden zustehe. Lohnausfallkosten bei Arbeitgebern würden von der Region Hannover übernommen. Für ihn selbst sei der Moorbrand ein „beeindruckender Einsatz“ gewesen. Sogar in der Nacht mussten die Fahrzeuge wieder auf Vordermann gebracht werden, gestern Abend wurden die Autos noch gereinigt.

„Der Einsatz ging schon an die Substanz, viele sind an ihre Grenzen gekommen, aber wir haben es geschafft und sind stolz“, sagt Sandra Kaehler, die sich als einzige Frau mit neun Männern ein Fahrzeug geteilt hat. „Für uns war es selbstverständlich hinzufahren, niemand hat mit einer Alarmierung gerechnet und wir wussten am Anfang nicht, was auf uns zukommt, das war richtig gruselig.“ Waschbecken und Toiletten konnten die Springer im Haus eines Schützenvereins nutzen. Duschen war allerdings nicht möglich. Die Springer hätten trotzdem das Beste aus allem herausgeholt. „Wir hoffen, dass die Kräfte den Brand in den Griff bekommen.“

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