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Warum fahndete die Polizei in Bad Münder?

BAD MÜNDER. Am Dienstagmorgen startete eine große Polizeiaktion: In Hameln gingen den Fahndern drei Männer ins Netz, die als Teil einer Bande Senioren betrogen haben sollen, indem sie sich als falsche Polizisten ausgaben. Auf dem Zettel der Ermittler stand auch Bad Münder - aber warum?

Foto: dpa

Jetzt ist klar: Eine tatsächliche Aktion gab es in der Stadt nicht. Die Neue Deister-Zeitung hatte schon am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft Hannover zu den Details des Einsatzes in Bad Münder gefragt. Am Donnerstag dann die Antwort: Oberstaatsanwalt Thomas Klinge erklärte, in Bad Münder wohne eine Kontaktperson eines der Festgenommenen. Für alle Fälle hatte sich die Polizei einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung dieser Person besorgt: „Falls wir den Verdächtigen nicht in dessen eigener Wohnung angetroffen hätten, wäre er ja vielleicht in Bad Münder gewesen“, sagt Klinge. Am Ende konnten die Fahnder jedoch den Einsatz in der Kurstadt sparen.

Noch offen ist dagegen, ob die drei verhafteten Männer womöglich mit Taten in Bad Münder in Zusammenhang stehen: Im Sommer 2017 hatten Gauner zwei Seniorinnen um insgesamt gut 24 000 Euro gebracht. Dazu erschlichen sie sich das Vertrauen der Frauen (78 und 89 Jahre alt) und gaukelten ihnen vor, ihre Adressen seien auf Einbruchslisten aufgetaucht.

Schließlich deponierten die Seniorinnen ihr Geld abholbereit außerhalb ihres Hauses – im Glauben, es so in Sicherheit zu bringen. Zwei Täter waren später festgenommen und verurteilt worden. Ob es sich bei den am Dienstag verhafteten Männern ebenfalls um Beteiligte handelt, werde nun geprüft, so Klinge.

Das Trio sitze nach wie vor in Untersuchungshaft; die Auswertungen der vor allem bei Durchsuchungen in Hameln beschlagnahmten Beweismittel und Datenträger dauerten an: „Das wird wohl auch noch eine Weile in Anspruch nehmen“, so der Oberstaatsanwalt. Die Verhafteten hätten sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. zett

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