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Nach Wohnungsbrand mit einem Toten: Polizei sichert Spuren

EIMBECKHAUSEN. Rolf Pappritz ist von den Ereignissen des Vorabends noch sichtlich mitgenommen. Er steht draußen vor seiner Wohnung, rein darf er noch nicht. Ein Polizeisiegel verwehrt den Zugang zu dem Mehrfamilienhaus an der Eimbeckhäuser Hauptstraße. Am Abend zuvor hat es in der Wohnung über Pappritz gebrannt.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Dabei ist ein Mann, vermutlich sein Nachbar Alois S., gestorben.

Auch andere Nachbarn stehen noch sichtlich unter dem Eindruck der Geschehnisse vom Vorabend. Peter Dahlschen beispielsweise: Der Vorsitzende des VfB Eimbeckhausen wohnt gleich nebenan. Er gehört zu denen, die am Mittwochabend kurz vor 21 Uhr die Bewohner des Mehrfamilienhauses warnten und dafür sorgten, dass nicht noch mehr Menschen bei dem Feuer zu Schaden kamen. „Ich habe auf der Terrasse gesessen, plötzlich den Qualm gesehen. Erst dachte ich an einen Grill, doch dann wurde es immer mehr und ich habe nachgeschaut. Der Qualm kam aus der Wohnung von Alois.“ Dahlschen rannte zum Brandort, warnte Bewohner, die auch von anderen Nachbarn schon herausgerufen wurden. „Die ersten kamen schon raus. Alois war nicht dabei“, sagt Dahlschen. Zu diesem Zeitpunkt schlugen Flammen bereits aus den Fenstern der Wohnung im zweiten Obergeschoss.

Die alarmierten Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. In der Spitze waren 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und DRK vor Ort. Die Feuerwehren des Stützpunktes Eimbeckhausen bereiteten den Löschangriff vor. Die Drehleiter aus Bad Münder wurde in Stellung gebracht, parallel dazu machten sich Trupps unter Atemschutz fertig, um in das Gebäude einzudringen. Das Feuer in der Wohnung brannte nach Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Marko Klose aber derart heftig, dass ein Vordringen in die Wohnung zunächst nicht möglich war. Dabei war vor Ort schnell bekannt, dass der Mieter aus der Wohnung im Obergeschoss noch vermisst wurde. Rund eine Dreiviertelstunde zuvor hatten ihn andere Mieter ins Haus gehen sehen.

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Brandursachenermittler des LKA und der Polizei öffnen die in der Nacht versiegelte Wohnung. Sie suchen im Haus nach Spuren, die auf die Ursache des Feuers deuten. Foto: Rathmann

Als sich die Feuerwehrtrupps in die Wohnung vorgearbeitet hatten, stießen sie dort auf die Leiche eines Mannes. Die Identität des Toten war am Donnerstag noch nicht zweifelsfrei geklärt. „Einige Anhaltspunkte sprechen jedoch dafür, dass es sich bei dem Toten mit hoher Wahrscheinlichkeit um den 57-jährigen Wohnungsmieter handelt“, sagt Polizeihauptkommissar Jens Petersen vom Kriminalermittlungsdienst der Polizei Bad Münder.

Gemeinsam mit Experten des Landeskriminalamtes und des Fachkommissariats 1 der Polizeiinspektion machte er sich am Donnerstag in der Wohnung auf die Suche nach Hinweisen, die die Entstehung des Feuers erklären. Die Auswertung der gesicherten Spuren stand am Donnerstag noch aus, auch die zweifelsfreie Identifikation des Toten. Ein möglicher Anhaltspunkt: Der Mieter der Wohnung war als starker Raucher bekannt, er könnte mit einer Zigarette in der Hand eingeschlafen sein. Einen Rauchmelder fanden die Ermittler nicht in der ausgebrannten Wohnung, allerdings war auch die Decke eingestürzt.

Die anderen Mieter des Hauses, die für die Nacht bei Familienangehörigen oder Freunden untergekommen waren, durften am Donnerstag wieder in ihre Wohnungen. Die Polizei gab den Brandort wieder frei, empfahl jedoch, nicht im Haus zu bleiben. Von den Brandgasen im Gebäude könne noch immer Gefahr ausgehen. Für Rolf Pappritz, der die Nacht zuvor erst bei seinem Bruder, dann in einer Gartenlaube verbracht hatte, gab es aber immerhin Gelegenheit, frische Kleidung und Medikamente aus seiner Wohnung zu holen. Schlaf habe er in der vergangenen Nacht keinen gefunden: „Da ist ein Mensch gestorben. Jemand, den man seit vielen Jahren kannte.“




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