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Über 150 000 Euro Schaden beim Stoppelfeld-Feuer

BAD MÜNDER. Durch das Feuer auf einem Stoppelfeld an der Bundesstraße 442 ist ein Schaden von mehr als 150 000 Euro entstanden, teilte die Polizei am Wochenende mit. Am Freitagabend schlugen Flammen aus einem Traktor und setzten das abgemähte Weizenfeld und mehr als ein Dutzend große Strohballen in Brand.

Über ein Hektar des Stoppelfeldes steht innerhalb kürzester Zeit in Flammen. Foto: Drohnenstaffel Kreisfeuerwehr

Autor:

Frank Neitz und Johanna Lindermann

Gegen 20.40 Uhr zogen dichte Rauchwolken über die B 442. Im Minutentakt rückten Löschfahrzeuge an. Feuerwehrtrupps zogen Schläuche über das unterhalb der Straße „Lug ins Land“ gelegene Feld, löschten lichterloh brennende Strohballen und schlugen mit Feuerpatschen auf glimmenden Stoppel – auf dem heißen, verbrannten Boden ein schweißtreibender Knochenjob.

Besonders prekär: Das Feld liegt genau zwischen der B 442 und den Kliniken am Deisterhang – somit waren die Kliniken, Schulungsheime und Senioreneinrichtungen sowie die Häuser am Rande der Kernstadt nur wenige Hundert Meter vom Brand entfernt. Gefahr für die Anwohner oder die Patienten habe allerdings zu keinem Zeitpunkt bestanden, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister Sebastian Gollin auf Nachfrage unserer Zeitung.

Dafür zeigte sich am Deisterhang eine ganz andere Problematik: „Dort besteht ein allgemeines Problem mit der Wasserversorgung.“ Die benötige Menge stehe dort nicht zur Verfügung. Der Grund: „Da das Feld leicht außerhalb liegt, gibt es dort weniger Hydranten“, so Gollin. Feuerwehrfahrzeuge nahmen daher an entfernteren Hydranten Löschwasser an Bord. Unterstützt wurden die Feuerwehren aus Bad Münder von Einsatzkräften aus Springe, die kurz zuvor einen in Brand geratenen Mähdrescher in Bennigsen gelöscht hatten. Auch die Besatzung eines 7000 Liter fassenden Tankwagens rückte aus Emmerthal an. Mehrere Trecker mit angehängten Grubbern drehten auf dem Stoppelfeld Runden und zogen breite Schneisen, damit sich die Flammen nicht weiter ausbreiten konnten.

Mehr als 80 Einsatzkräfte sind am Freitag im Einsatz. Foto: Huppert
  • Mehr als 80 Einsatzkräfte sind am Freitag im Einsatz. Foto: Huppert
Der Traktor brannte komplett aus. Foto: Huppert
  • Der Traktor brannte komplett aus. Foto: Huppert

An der Kreuzung zur Deisterallee beobachteten Anwohner den Einsatz. Eine Frau erzählte, dass sie laute Knalle gehört habe. Sie muss das Geräusch mitbekommen haben, als aufgrund von extremer Hitze die Reifen des Traktors platzten. Ein technischer Defekt an diesem Trecker hat nach Polizeiangaben zu dem Brand geführt. Ein Landwirt presste am Abend auf dem abgeernteten Feld Stroh. Plötzlich seien Flammen aus dem Motorraum des Treckers geschlagen, so ein Beamter.

Wie der Fahrer des Treckers mitteilte, habe er noch versucht, mit dem landwirtschaftlichen Gespann vom Feld zu fahren. Wenige Meter vor der Ausfahrt blieb der Trecker dann allerdings stehen. Dem Mann gelang es nicht mehr, die angehängte Rundballenpresse abzuhängen. Durch Funkenflug war bereits das Feld auf einer Fläche von zirka einem Hektar in Brand gesetzt worden. „Das ging so schnell. Innerhalb von Sekunden brannte es auf dem Feld“, erzählte der Landwirt. Der Claas-Traktor brannte komplett aus. Die Presse wurde durch das Feuer stark beschädigt. „Als wir eintrafen, standen der Trecker und das Feld bereits in Vollbrand. Daher ließ ich sofort nachalarmieren“, berichtete Einsatzleiter Lars Kölle.

Aufgrund der anhaltenden Dürre sei allgemein die Gefahr für Brände „im Deister-Süntel-Tal im Moment sehr hoch“, warnte Gollin in diesem Zusammenhang. Dennoch bleibe Landwirten im Moment nichts anders übrig, als auf ihren Feldern zu arbeiten. Um Feuer zu vermeiden, könnten aber Bürger mithelfen, erklärte der stellvertretende Stadtbrandmeister: „Bloß keine Zigaretten wegwerfen oder Unkraut abflammen. Beim Grillen sollte außerdem darauf geachtet werden, wohin die Funken fliegen.“

Über 80 Freiwillige Feuerwehrleute waren am Freitagabend im Einsatz. Wegen der starken Rauchentwicklung und des anhaltenden Pendelverkehrs der Löschfahrzeuge blieb die B 442 bis kurz vor 23 Uhr gesperrt.



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