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Studium: Philosophie war vielleicht noch nie so spannend wie heute

Am Puls der Zeit

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Das moderne Leben wird von Smartphone, Computer und Hightech beherrscht. Wozu braucht man da noch Philosophen? Tatsächlich gibt es wohl kein Fach, das so stark am Puls der Zeit ist wie die Philosophie. Immer dann, wenn die Welt aus den Fugen gerät, kommt sie ins Spiel. Etwa beim Thema Flüchtlinge: Worin besteht unsere Verantwortung gegenüber Menschen in Notsituationen, wo sind die Grenzen der Verantwortung? Thema Umwelt: Worin besteht unsere Verantwortung, kommenden Generationen einen lebenswerten Planeten zu überlassen?

All diese Fragen können Philosophen nur beantworten, wenn sie ihren akademischen Elfenbeinturm, also die reine Geisteswissenschaft verlassen und ihr Denken in die Praxis erweitern. Ein Stichwort lautet beispielsweise „Social Entrepreneurship“: Philosophen können abstecken, wie verantwortliches Unternehmertum heute auszusehen hat, wie man in Zeiten der Globalisierung mit Weitblick handeln und nachhaltige Strategien für die Welt von morgen entwickeln kann.

Hochschulen beispielsweise bieten unter dem Namen „PH.A.S.E“ einen philosophisch orientierten, staatlich anerkannten BA-Studiengang an. Die Abkürzung steht für Philosophy, Arts and Social Entrepreneurship. Das interdisziplinäre Studium soll jungen Menschen gezielt den Blick über den Tellerrand zeigen, indem sie neben den philosophischen Grundlagen auch künstlerische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Inhalte vertiefen. Denn es genüge nicht, wenn zukünftige Entscheider aktuelle wirtschaftspolitische Fragen aus nur einer Perspektive betrachteten, erklärt Marcelo da Veiga, Leiter des Instituts für philosophische und ästhetische Bildung: „Zusammenhänge erkennt man erst, wenn man sich mit einzelnen Phänomenen fachübergreifend auseinandersetzt.“ Für Erstsemester beginnt das Studium im September, die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Für ein bis zwei Semester kann man ein Schnupperstudium absolvieren.

Mit diesem etwas anderen Philosophiestudium möchte die Hochschule angehende Akademiker ansprechen, die motiviert sind, sich aktiv in die Gestaltung der Welt von morgen einzubringen. Bereits das Studium selbst erfordert viel Eigeninitiative, verschafft dadurch aber gleichzeitig individuellen Freiraum. Die Studierenden entscheiden, welche Schwerpunkte sie setzen und vertiefen ihr Wissen Semester um Semester. Praktische Module, der Austausch mit Mitstudenten und Lehrenden sowie Begleitveranstaltungen vermitteln dabei den Blick auf das große Ganze. Auch das eigene künstlerische Schaffen spielt eine wichtige Rolle.

(djd).

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