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Ein Wintergemüse mit Kultstatus – der Grünkohl

Grünkohl gilt als „Vitaminbombe.

Die Herbst- und Winterzeit ist Grünkohlzeit. Die Ernte beginnt im Oktober und reicht bis in den Winter hinein. Grünkohl für die Frischvermarktung wird von Hand geerntet. So können die krausen Blätter sauber von den festen und wenig schmackhaften Rippen getrennt werden. Entgegen der landläufigen Meinung braucht „moderner“ Grünkohl keinen Frost, um gut zu schmecken. Denn die neuen Sorten enthalten kaum noch Bitterstoffe und mehr Zucker. Der süße Geschmack wird zusätzlich durch kühle Temperaturen verstärkt, weil diese den Zuckerabbau in den Blättern hemmen. Das Gemüse braucht besonders im Sommer reichlich Wasser, damit es üppig wächst. Zur Ernte wünschen sich die Anbauer trockene Witterung, damit der Kohl seine Qualität behält und länger lagerfähig bleibt.

Gemüse mit Geschichte

Grünkohl wurde erstmalig im Jahr 400 vor Christus in einer griechischen Quelle beschrieben. Der krausblättrige Blattkohl zählte später in der römischen Küche zu den Delikatessen. Heute wird er in Mittel- und Westeuropa, Nordamerika sowie Ost- und Westafrika angebaut. Grünkohl ist eine zweijährige Pflanze. Er bildet im zweiten Jahr große gelbe Blütenstände, wenn er nicht – wie im Regelfall – schon vorher geerntet wird.

Es gibt viele exotische Kosenamen für das durch und durch bodenständige Gemüse. Grünkohl gilt als „Vitaminbombe“ und erlaubt zahllose schmackhafte Zubereitungsvarianten. Zum Kultstatus tragen Grünkohlkönige und eine Grünkohlakademie bei. Er gehört zu Norddeutschland ebenso wie der Rettich zu Süddeutschland. Besonders in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ist er zuhause. Woher kommt die Beliebtheit?

Lecker und gesund

„Lieber heimischen Kohl kauen als teure Tabletten schlucken.“ Das rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Grünkohl ist wegen seines hohen Gehalts an Vitamin C, Provitamin A (Beta-Carotin) und Vitamin E sehr wertvoll. Die Pflanze ist reich an Mineralstoffgehalt wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen sowie an Ballaststoffen. Außerdem ist Grünkohl sehr eiweißreich. Damit ist das Gemüse ideal, um den Speiseplan im Winter zu ergänzen. Dass Grünkohlgerichte oft sehr energiereich sind, liegt hingegen an den Zutaten, die ihnen die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen verleihen. Geräucherter Speck, Schweinebacke, Schweineschmalz, Pinkel (geräucherte Grützwurst) oder Kohlwurst haben es „in sich“. Deshalb empfiehlt es sich, das Gemüse stattdessen beispielsweise mit magerem Kasseler­kotelett zuzubereiten. Gegenwärtig erlebt der Grünkohl in der Gastronomie eine Renaissance. Nutzen sie also die Gelegenheit, sich und ihre Familie einmal mit Grünkohl und Schlachteplatte verwöhnen zu lassen!

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