weather-image
Die Marke wird 75 Jahre alt und fährt im Fiat-Chrysler-Konzern auf der Erfolgsspur

Jedes Kind kennt Jeep

270_0900_9318_Jeep.jpg

Autor:

VON GERD PIPER

Jetzt, ein paar Jahre später, scheint die Strategie von Fiat- Chrysler-Chef Sergio Marchionne aufgegangen zu sein: Er hat die traditionellen italienischen Automarken eine Zeit lang trocken gelegt und dafür riesige Summen in die Marke Jeep und den amerikanischen Markt gepumpt.

Der Erfolg ist ziemlich beeindruckend. Verkaufte der FCA-Konzern im Jahr 2009 rund 300 000 Einheiten der Jeep-Modelle, waren es im vergangenen Jahr mehr als 1,2 Millionen. Und für 2018 peilt man „über zwei Millionen Fahrzeuge“ an, wie Konzernsprecher Claus Witzek anlässlich des 75. Geburtstages der Marke stolz verkündet. Witzek weiter: „Dann ist Jeep die größte SUV-Marke der Welt.“

Angefangen hatte alles mit einem Regierungsauftrag für ein kleines, geländegängiges Militärfahrzeug an die Firma Willys Overland, das die amerikanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg unterstützen sollte. Wie es zum Namen Jeep kam, ist nie ganz geklärt worden. Am wahrscheinlichsten ist die Vision, dass der Name auf Eugene the Jeep aus dem Comicstrip Popeye zurückgeht, ein hilfreiches Fabelwesen, dass überall auftauchen konnte, wo es wollte. Es war jener Willys, der als Jeep später weltberühmt und zum Namensgeber, zum Synonym einer ganzen Fahrzeuggattung wurde.

1944 kam mit dem Jeep CJ das erste für den zivilen Markt entwickelte Modell auf den Markt, das von der Konzeption her auf dem Militärfahrzeug basierte. Der CJ überstand sieben Fahrzeuggenerationen und wurde erst 1987 vom Jeep Wrangler abgelöst. Allen Fahrzeugen gemein ist das typische kastenförmige Design mit den berühmten Schlitzen (Slots) im Kühlergrill. „Das Auto ist wie eine Colaflasche, jedes kleine Kind erkennt es“, sagt Jeep-Sprecher Markus Hauff. „Und alles ist auf den harten Geländeeinsatz ausgelegt.“

Dieser Nimbus ist es auch, den Jeep-Fahrer offensichtlich schätzen. Denn obwohl die aktuellen Modelle – es gibt Sondereditionen zum Jubiläum – dem Zeitgeist entsprechend auch mit reinem Frontantrieb zu haben sind, greift doch ein wesentlich größerer Prozentsatz als bei anderen Herstellern auf die Allradversionen zurück. Die umfassen seit vielen Jahren diverse Fahrzeugklassen bis hinein in den oberen Premiumbereich.

Und der FCA-Konzern hat noch einiges vor: 2017 kommt der neue Wrangler, dann auch in einer Pick-up-Version. Für 2018 werden gleich mehrere neue Modelle angekündigt, darunter ein neuer Siebensitzer. Mit einer ebenfalls neuen Corporate Identity sollen dann auch die Showrooms für die FCA-Premiummarken Jeep und Alfa Romeo ausgestattet werden.

Auch bei den Antrieben will der Konzern den Anschluss nicht verlieren. So kündigt Witzek Plug-in-Hybride über alle Marken an. Allerdings mit der Einschränkung: „Das wird noch ein bisschen dauern“. Die Kunden scheint das nicht zu stören. Sie greifen nicht nur auf dem amerikanischen Markt zu den verschiedenen Jeep-Modellen. Der jüngste Spross, der Renegade, ist inzwischen auch hierzulande häufig auf der Straße anzutreffen.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare