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Volvo stattet sein Flaggschiff XC90 mit zwei neuen Basismotorisierungen und viel Ausstattung aus

Dieser Schwede ist uns lieb und teuer

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Autor:

Patrick Broich

Das muss man neidlos anerkennen: Mit dem XC90 als Auftakt für künftige Volvo-Modellgenerationen ist den Schweden ein Volltreffer gelungen. Das SUV der gehobenen Mittelklasse ist nicht einmal zwölf Monate nach Marktstart schon im Straßenbild präsent – jedenfalls in den Städten. Und dabei ist der 4,95-Meter-Brocken wahrlich nicht jeder Käuferschicht zugänglich. Selbst jetzt, da Volvo etwas schwächere und damit preiswertere Motorisierungen nachgeschoben hat, muss man immer noch tief in die Tasche greifen. So ist der 140 kW/190 PS starke „Basisdiesel“ (Frontantrieb) erst ab 49 400 Euro zu haben, während der T5 AWD nun der schwächste Benziner ist. Ein allerdings relativer Begriff, bekommt man doch für 54 700 Euro immerhin 187 kW/254 PS geliefert.

Die vom Werk bezifferten Verbrauchswerte sind ambitioniert. So soll der Benziner mit 7,6 Litern im Normzyklus auskommen, während sich der Selbstzünder laut Werk nur 5,2 Liter genehmigt. Doch fallen die Werte der beiden Vierzylinder in der Praxis merklich höher aus – wer sollte es dem 2,1-Tonner verdenken?

Damit keine Missverständnisse entstehen, der XC90 ist sein Geld wert. Denn im Vergleich zu den deutschen Wettbewerbern muss man beim Schweden keinerlei Abstriche machen. So sieht der Innenraum nicht nur hochwertig aus, man fühlt sich auch nach längerem Aufenthalt in ihm noch immer ausgesprochen wohl. Die Materialien sind hochwertig, sehen gut aus und fassen sich ebenso an. Die Innenarchitekten haben Holz, Kunststoff und Metall zu einem gefälligen Ganzen zusammengefügt. Einzig die schwarz glänzenden Lenkrad-Tasten wollen nicht so recht zum Rest passen. Doch die vielfältig verstellbaren, komfortablen Sitze machen das mehr als wieder gut. Dazu kommt ein erhabenes Platzangebot, nun gut, immerhin misst der Schwede ja auch fast fünf Meter.

Wer sich spätestens an dieser Stelle fragt, ob ein D4 in einem solchen Fahrzeug überhaupt eine Alternative sein kann, sei beruhigt. Auch diesseits der 200-PS-Grenze bewegt sich der große XC zusammen mit der Achtgang-Wandlerautomatik behände.Natürlich dämpfen die 9,2 Sekunden Standardsprint zunächst die Hoffnung auf ein besonders dynamisches Naturell. Umso größer fällt der Überraschungseffekt aus. Die Power reicht immerhin, um in Verbindung mit etwas Lenkwinkel ungewünschten Schlupf an der Vorderachse zu generieren. Dann vielleicht doch zu einer Allradversion greifen, obwohl der schöne XC90 wohl niemals für ernsthafte Offroad-Fahrten in Betracht gezogen werden dürfte. Hier wäre dann der neue T5 AWD die Alternative.

Auch dieser ist – wie demnächst immer und in jeder Volvo-Baureihe – ein Vierzylinder mit exakt 1969 Kubikzentimetern Hubraum. Fetischisten für maximalen Antriebskomfort sollten sich bei einer Probefahrt von den Tugenden des Motors mit einer Leistung von immerhin 254 PS überzeugen. Denn der hochgezüchtete Otto geht durchaus sanft zur Sache und wird dem Fahrzeuganspruch an der Grenze zur Oberklasse gerecht. Zudem haben es die Techniker geschafft, den Schweden selbst mit 20-Zöllern milde über kurze Wellen gleiten zu lassen.

Beide Einsteiger, Diesel und Benziner, sind so gut gedämmt, dass die Maschinentöne selbst unter Ausnutzung der vollen Drehzahl nie wirklich stören. Und auch jenseits der Richtgeschwindigkeit fehlt es nicht an Komfort. Um die Praxistauglichkeit zu maximieren, gibt es eine für Kinder ausreichende dritte Sitzreihe (1500 Euro) sowie ein Gepäckabteil, das bei umgeklappten Sitzen 1900 Liter Gepäck aufnimmt. Der XC90 kommt im modernen Dress vorgefahren und bietet alle erdenklichen Sicherheits- und Technikgimmicks. Selbst die Basisversion Kinetic bietet schon viel Sicherheit und Komfort. Sie bremst bei Bedarf autark, bettet ihre Insassen weich und hält viel Raum zum Wohlfühlen bereit.

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