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Mit dem Edge der zweiten Generation importiert Ford erstmals den Verkaufsschlager aus den USA

Der amerikanische Weg

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Die Automobilindustrie surft seit Jahren erfolgreich auf der SUV-Welle. Selbst sportlich ausgerichtete Marken wie Jaguar und Maserati sind in dem Segment unterwegs. Und was macht ein Global Player wie Ford? Er hat hierzulande mit dem Ecosport und dem größeren Kuga gerade einmal zwei Angebote. Also hat man das Mutterhaus im amerikanischen Dearborn/Michigan um Hilfe ersucht. Die kommt jetzt aus der neuen Welt in Gestalt eines Brockens zu uns: dem Verkaufsschlager Edge.

Im Grunde besitzt der Ford Edge alle Attribute eines modernen SUVs: Die Leistung ist ansprechend, das Raumangebot geradezu üppig und die beiden zur Verfügung stehenden Turbodiesel mit 180 und 210 PS Leistung geben sich genügsam. Auch die Fahrzeugelektronik entspricht dem, was der Markt derzeit hergibt. Und doch gibt es gerade im Vergleich zu den Premiumherstellern, mit denen sich der Edge durchaus messen will, spürbare Unterschiede. Während in SUVs vom Schlage eines Audi Q5 Bruder Leichtfuß unter der Motorhaube sein fröhlich Liedlein trällert, schuftet im Edge die amerikanische Arbeiterklasse. Dass die beiden Diesel in Kanada und den USA überhaupt nicht angeboten werden, dafür bei uns aus verschiedenen Ford-Modellen bereits bekannt sind, ist an dieser Stelle lediglich eine kleine Unkorrektheit. Denn an dem Bild ändert das grundsätzlich nichts.

Woran man das merkt? Nun, wer im Edge die Pedale bedient und die Lenkung bewegt, spürt vom ersten Augenblick an, dass hier nahezu zwei Tonnen Masse bewegt werden. Wer das Gaspedal zu sanft streichelt, erreicht nicht viel. Denn gefühlsmäßig steht der Edge seinen Ahnen, den schweißtreibenden Geländewagen, näher als den Hochleistungs-SUVs heutigen Zuschnitts. Was, zugegeben, ungerecht ist. Zwar sind die Amerikaner nicht unbedingt als automobile Feingeister bekannt, doch tatsächlich bietet der massige Ford einige technische Schmankerl, unter anderem eine adaptive Lenkung oder auch ein System, das die Geräuschentwicklung im Fahrzeuginnern minimiert. Leider stößt das Angebot schnell an Grenzen. Ein Headup-Display, im Premiumsegment zumindest optional inzwischen ein „must have“, ist in den Ausstattungs- und Zubehörlisten nirgends zu entdecken. Auch beim Innenraumdesign hakt es ein wenig. Die Topausstattung Sport bietet hier ein bisschen Klavierlackoptik, da so etwas wie Karbon und glänzend umrahmte Instrumente, dann aber eine Mittelkonsole aus billigem Hartplastik – das mag Menschen in Oklahoma, Texas oder Ohio begeistern, den gemeinen Europäer dürfte es eher irritieren.

Ein intelligenter Allradantrieb ist serienmäßig verbaut. Mit dem wird der Edge zwar nicht zum automobilen Trüffelschwein, doch er kommt noch dort voran, wo viele Konkurrenten die Segel streichen müssen. Sein größtes Plus aber ist das Raumangebot. Fünf Personen können sich hier herumräkeln, die Sitze sind langstreckentauglich, der Fahrer thront bequem über der Straße. Das prädestiniert den Edge geradezu zum Reisewagen.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,9 Litern und 64 Litern Tankvolumen ergibt sich eine theoretische Reichweite von mehr als 1000 Kilometern. Das ist in der Praxis zwar nicht ganz zu erreichen, doch lagen unsere Durchschnittsverbräuche bei 8,3 bis 8,5 Litern. Und wer einen Blick auf die Preisliste wirft, für den dürften die kleinen Unzulänglichkeiten schnell zusammenschrumpfen: Den Edge gibt es in der bereits ordentlichen Grundausstattung für 42 900 Euro, die Toplinie mit dem größeren Diesel ist ab 52 550 Euro zu haben. Hier fährt im Vergleich zu vielen Wettbewerbern doch eine Menge Auto vor.

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