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Fertiggestellt: An der Wallstraße und in Hachmühlen können Flüchtlinge kurzfristig untergebracht werden

Zwei Gebäude nehmen den Druck

„Funktional“ lautet die Maßgabe beim Umbau der beiden Gebäude, die die Stadt als „Puffer“ nutzen will, wenn Bad Münder Flüchtlinge zugewiesen werden, für die nicht sofort Wohnraum zur Verfügung steht. Jetzt sind die Arbeiten an der ehemaligen Schule Hachmühlen und der ehemaligen Bücherei abgeschlossen.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Bad Münder. Luxus sieht anders aus. „Funktional“ lautet die Maßgabe bei der Einrichtung der beiden Gebäude, die die Stadt als „Puffer“ nutzen will, wenn Bad Münder Flüchtlinge zugewiesen werden, für die nicht sofort Wohnraum zur Verfügung steht. Neben der ehemaligen Schule in Hachmühlen wurde auch das städtische Gebäude Wallstraße 3 zum „Pfuffergebäude“ umgebaut – jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen.

Seit im September die Stadtbücherei und die Begegnungsstätte das Haus an der Wallstraße verlassen haben, hat sich viel getan. Die größten Veränderungen haben aber die vergangenen vier Wochen gebracht, der Zeitraum, in dem mit Hochdruck am Umbau des Objektes gearbeitet wurde. „Ertüchtigung“ heißt das im Verwaltungsjargon, und in der Praxis bedeutet das: Räume, die bislang für Sitzgymnastik und Bücherausleihe genutzt wurden, sollen so gestaltet werden, dass sie Flüchtlingen für einen überschaubaren Zeitraum Raum zum Schlafen, Kochen, Duschen bieten. Männern wie Frauen und Kindern.

Um das Umbau-Projekt in kürzester Zeit parallel zu den anderen anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, hat die Stadt in der Projektleitung auf Unterstützung durch Architekt Peter Nehmann gesetzt. Der beschäftigt sich sonst mit größeren Vorhaben, nahm die Herausforderung aber an – für ihn ein Beitrag in der aktuellen Flüchtlingssituation. „Für uns als Kommune war schnell klar, dass wir nicht alles alleine schaffen können. Und Herr Nehmann hat das elegant hinbekommen“, sagt Uwe Hünefeld, Fachbereichsleiter Bauen der Stadt.

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Ohne langen Vorlauf galt es, Handwerker ganz unterschiedlicher Fachrichtungen zu beauftragen. Immer unter der Prämisse, dass die Arbeiten sofort aufgenommen und rechtzeitig fertiggestellt werden konnten. „Keineswegs selbstverständlich zum Jahresende. Und doch hat das geklappt“, so Nehmann.

Der Maßstab in der Planung: Kein Geld verschwenden, günstig und doch lange haltbar bauen. Um ein Gefühl für die Notwendigkeiten zu bekommen und von Erfahrungen anderer zu profitieren, ließen sich Nehmann und Hünefeld den Umbau der Linsingen-Kaserne in Hameln zur Erstaufnahmeeinrichtung vorstellen. „Beim Brandschutz darf es keine Abstriche geben, bei der Zahl der vorzuhaltenden Parkplätze sehr wohl“, sagt Hünefeld.

Das Konzept für die Wallstraße Nummer 3 sieht vor, dass der ehemalige große Raum der Begegnungsstätte zur Küche und zum Aufenthaltsraum wird. Vier Kochgelegenheiten, jeweils mit Schrank und Kühlschrank, stehen für jeden der vier Räume zur Verfügung, die im Erdgeschoss und im ersten Stock entstanden sind – im ersten Stock wurden Türen dauerhaft geschlossen, um die ehemaligen Büchereiräume abzutrennen. Bis zu 24 Personen sollen insgesamt untergebracht werden können.

Eine Herausforderung war für die Planer und Handwerker auch der Umbau des ursprünglichen Sanitärbereichs zu Toiletten- und Waschräumen. Je eine Dusche im angetrennten Damen- und Herrenwaschraum wurde eingebaut, Warmwasserversorgung eingerichtet.

In das Treppenhaus mussten zusätzliche Wände eingezogen werden, um den Brandschutz zu gewährleisten. Die Räume im zweiten Obergeschoss dürfen aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden.

Konkrete Belegungstermine für die beiden Gebäude gibt es derzeit bei der Stadt noch nicht. Bürgermeister Hartmut Büttner rechnet für das erste Quartal 2016 mit der Zuweisung von 111 Flüchtlingen. Bislang kann die Stadt noch auf private Wohnraumangebote zurückgreifen – stehen sie nicht kurzfristig zur Verfügung, werden die „Puffergebäude“ belegt.

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