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Fachwerkvariante kostet gut 7000 Euro / Sammelaktion von Haus zu Haus / "System wie bei Lego"

Zur Sicherheit: Die Brücke neben der Brücke

Rehren (rnk). Die zweite Rehrener Auebrücke kann gebaut werden. Es gibt Pläne, es gibt Helfer, und es gibt zumindest eine Idee, wie sie finanziert werden könnte. Damit nutze Rehren die Chance, so Ortsvorsteherin Marita Benito, zu zeigen, was gemeinschaftlich erreicht werden kann. 13 Meter wird die Holzbrücke lang sein, die unterhalbder Auebrücke dann endlich Spaziergängern, Rollstuhlfahrern oder Müttern mit Kinderwagen ein gefahrloses Überqueren der Aue ermöglichen wird.

In Richtung Unterdorf wird die historische Brücke um eine Holzva

Die historische Brücke, die unter Denkmalschutz steht, sollte eigentlich, so hatte es das Straßenbauamt Hameln lange Zeit erklärt, im Zuge der Erneuerung der Rehrener Straße mitsaniert werden. Davon ist schon lange keine Rede mehr: Wie Thomas Priemer als stellvertretender Verwaltungschef auf der Versammlung erklärte, werde die Brücke "frühestens" 2013 saniert. Eine Erklärung, die bei Bürgermeisterin Ursula Sapia Erinnerungen an Hamelner Versprechungen wachrief: Auch der Kreuzungsbereich der Autobahnabfahrt auf die Rehrener Straße sollte saniert werden - und zwar zur Expo. Die ist seit fast sechs Jahren Geschichte, der Kreuzungsbereich, immerhin, wurde im letzten Herbst in Angriff genommen. Kurzum: Auf die Sanierung der Brücke zu warten, erschien weder Veraltung noch Bürgern sinnvoll. Daher schied eine Brückenvariante, die nur ein paar Jahre hält, aus. Eine Generation soll sie schon aushalten. Bauamtsleiter Friedhelm Liwack stellte mehrere Varianten für die Brücke neben der Brücke vor, von denen die aus Bongossi-Holz mit 12 000 Euro allein an Materialkosten ebenso durchfiel wie ihre filigrane Stahlvariante, die beim Material mit runden 10 000 Euro zu Buche geschlagen hätte. Auch der Ankauf einer gebrauchten Brücke aus Rinteln wurde verworfen: Sie kommt zu teuer, ist zu breit und auch noch zu kurz. So einigten sich alle Anwesenden schnell auf die kostengünstigste Variante: Eine Fachwerkbrücke aus Brettschichtholz, die mit Eiche ausgelegt werden wird, soll es sein. Auf weitüber 20 000 Euro schätzte Liwack die Kosten bei einer Auftragsvergabe für alle Leistungen, mit gut 7000 Euro will die Gemeinde nun auskommen, weil nur das Material bezahlt werden muss - den Rest machen handwerkliche geschickte Bürger in Eigenleistung. Allzu viel Arbeit, so Liwack, wird auf die Helfer nicht zukommen: Das Holz wird professionell zugeschnitten und durchnummeriert, so dass es nur noch zusammengesteckt und verschraubt werden muss. "Wie bei Lego", formulierte es Liwack. An die Auftragsvergabe wird die Bedingung geknüpft sein, dass in der Firma die Brücke zusammengebaut werden kann, daher muss dann nur noch der Bauhof mit dem Tieflader und einen Kran anrücken und die Brücke an den Bestimmungsort transportiert werden. Drei Firmen hat Liwack nach eigenen Angaben an der Hand, die für den Auftrag in Betracht kommen. Finanziert werden soll die Brücke durch Spenden: Von Haus zu Haus werden Frau Benito und Helfer gehen, um die Euros einzusammeln. Und sollte das Straßenbauamt tatsächlich in den nächsten Jahren die historische Brücke sanieren, könnte die Holzalternative woanders im Auetal aufgebaut werden. Der Zeitplan sieht zügiges Handeln vor: Bis die Bauarbeiten auf der Rehrener Straße abgeschlossen sind, soll auch die Brücke fertig sein. "Also Weihnachten", höhnte ein Anlieger.

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