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Mediziner stehen im Radio Rede und Antwort

"Zur Preissteuerung sindÄrzte ungeeignet"

Bückeburg (aj). In der Notfallpraxis von Dr. Reinhard Malek haben manche Patienten im NDR-Interview mit wenig Verständnis auf den ersten Streiktag der Bückeburger Ärzte reagiert. "Die medizinische Notversorgung ist aber in jedem Fall sichergestellt", sagt Reinhard Malek gegenüber NDR-Korrespondent Wilhelm Purk.

Wilhelm Purk (v.l.) befragt für seine Zuhörer am Radio die Mediz

Und der Sprecher der SchaumburgerÄrzte, Andreas Schulz, wurde nicht müde zu betonen, dass die Praxen auch im Interesse der Patienten bestreikt werden. Denn es gehe gesundheitspolitisch nur vordergründig um die Beschränkung der Medikamentenpreise für chronisch Kranke. In einigen Fällen mache sich der Arzt streng genommen sogar wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar, wenn er nicht das geeignete, teure Medikament verschreiben könne, ohne dafür von der Krankenkasse in Regress genommen zu werden. Wegen des besonderen Verhältnisses von Arzt und Patient seien die Ärzte kein gesundheitspolitisch geeignetes Instrument zur Preissteuerung auf dem Pharmamarkt. Weitergehende Fragestellungen, wie sich denn dieÄrzte geeignete Instrumente zur Steuerung von Medikamentnachfrage und -preis vorstellen würden, beantwortete Andreas Schulz durchgehend mit: "Das ist jetzt nicht Gegenstand der Diskussion." Ein entsprechender Vorschlag der Ärzte zu den Themen Preisgestaltung und Medikamentenauswahl sei aber bereits in Arbeit, so Andreas Schulz weiter. Im Augenblick sei es allerdings nur wenig hilfreich, die Diskussion auszuweiten, solange das bisherige Kostensparmodellfür Medikamente noch im Raum stehe. Das gilt nach Ansicht von Andreas Schulz auch für Überlegungen, das Gesetz, wie etwa in Nordrhein-Westfalen, über eine eigene Vereinbarung mit den Krankenkassen zu umgehen. Das Gesetz müsse in seiner bisherigen Form weg. Wenn es nicht anders gehe, seien auch Streiks während der Fußball-WM vorstellbar, so Schulz.

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