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Stellvertretende Bürgermeisterin: Grüne setzt sich gegen CDU-Bewerberin durch

Zum Start in die neue Ratsperiode gleich eine Kampfkandidatur

Bad Münder (jhr). Premiere für den neuen münderschen Stadtrat: Nach dem wenige Stunden vor Beginn abgesagten ersten Anlauf zu einer konstituierenden Sitzung fand die Sitzung gestern wie geplant statt – und die Absage war nur noch Thema am Rand. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Besetzung von Posten und Positionen.

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Wie gehen die Parteien in der neuen Konstellation miteinander um? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch den Abstimmungsmarathon über wichtige Personalentscheidungen. Keine Gruppierung verfügt über eine absolute Mehrheit – was dann auch gleich zu einer ganzen Reihe zeitraubender geheimer Wahlgänge führte. Die SPD stellt mit 15 Sitzen die stärkste Fraktion im neuen Gremium, die CDU ist mit elf Mitgliedern vertreten, die Grünen haben ihre Sitzzahl auf vier verdoppelt. ProBürger entsendet zwei Mitglieder, die FDP ist nicht mehr vertreten.

Zum Auftakt gab es jedoch erst einmal Glückwünsche. Ulrich Marten feierte seinen 65. Geburtstag, erklärte sich bereit, die Verpflichtung der Ratsmitglieder vorzunehmen. 32 Mitglieder gehören dem Stadtrat an – eifriges Händeschütteln für Marten.

Für aufgeregtes Getuschel im Zuschauerraum sorgte dann die Benennung von zwei Kandidaten für den Ratsvorsitz. Die SPD schlug Rolf Wittich vor, die CDU Dagmar Niemeier. Daraufhin meldet sich Wittich zu einer persönlichen Erklärung zu Wort: „Ich verzichte auf die Kandidatur zum Ratsvorsitzenden und möchte der CDU damit ein Signal der Bereitschaft zur Zusammenarbeit geben. Wir sollten gemeinsam für Bad Münder kämpfen.“ Er habe keine Angst vor einer Kampfabstimmung, er schätze die Ratskollegin. Die Wahl der Ratsvorsitzenden fiel daraufhin einstimmig aus.

Weniger harmonisch die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister. Helmuth Mönkeberg (proBürger) beantragte die Wahl von drei gleichberechtigten Stellvertretern, scheiterte jedoch in der Abstimmung. Zwar wurde sein Antrag von der CDU-Fraktion unterstützt, SPD und Grüne stimmten jedoch mehrheitlich dagegen.

Im Gegenzug beantragte Mönkeberg, die Wahl der zwei stellvertretenden Bürgermeister geheim durchzuführen. Daraufhin wurden die Ratsmitglieder namentlich zur Abstimmung gebeten. Uwe-Peter Keil, Kandidat der SPD, ging ohne Gegenkandidat in die Abstimmung und wurde mit 27 Ja-Stimmen gewählt. Für den zweiten Stellvertreterposten nominierten die Grünen Gudrun Rohde, die CDU schlug Petra Joumaah vor. Die Kampfabstimmung entschied – ebenfalls nach geheimer Wahl – das neue Ratsmitglied Rohde für sich. Sie erreichte 17 Stimmen, für Joumaah votierten 14 Ratsmitglieder.

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