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GS Süd: Positive Bilanz in Schaumburgs einziger Ganztagsgrundschule / Krankenhagen startet im August

"Zu Hause nicht immer geregeltes Mittagessen"

Rinteln (crs). Es ist ein enormer Mehraufwand für das Kollegium, die Finanzierung steht noch immer auf wackligen Füßen, der Schulleiter muss mit Zahlen jonglieren wie in einem Wirtschaftsunternehmen - und doch sagt Manfred Asche auf die Frage, ob er die Entscheidung zum Ganztagsmodell an der Grundschule Süd noch einmal genauso treffen würde: "Ja, auf jeden Fall."

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So erfolgreich und reibungslos läuft der Alltag an Schaumburgs bislang einziger Ganztagsgrundschule, dass eine Erweiterung vor der Tür steht: Zum kommenden Schuljahr soll auch der Montag mit einbezogen werden, darüber entscheidet die Gesamtkonferenz in der kommenden Woche. Damit bietet die Schule an vier Tagen pro Woche eine Betreuung der Kinder bis 15 Uhr an. 66 der rund 350 Schüler nehmen das Angebot derzeit wahr, "für unser ländliches Gebiet eine gute Quote", bewertet Asche. Dem Beispiel der Grundschule Süd folgt jetzt nach langer Diskussion auch Krankenhagen mit einem eigenen Ganztagsangebot zu Beginn des neuen Schuljahres - hierfür wird in den Sommerferien im Schulgebäude eine Mensa eingerichtet. Die anderen Grundschulen im Stadtgebiet konnten sich zu diesem Schritt bislang noch nicht durchringen. In Exten, Deckbergen und an der Grundschule Nord haben die Gesamtkonferenzen gegen das Ganztagskonzept entschieden - Knackpunkt ist die fehlende Versorgung mit Lehrerstunden. Da hat Asche mit seinem Kollegium Mut zur Lücke bewiesen. Zwar bekommt die Grundschule Süd mittlerweile 20 Lehrerstunden und hat die Aussicht auf weitere Unterstützung, in der Anfangsphase gab es vom Land jedoch keinen Cent. Daher hat Rintelns Stadtrat mit 14 000 Euro (für 2005 und 2006) für die pädagogischen Mitarbeiter ausgeholfen, mit einer ähnlichen Förderung läuft das neue Ganztagsmodell in Krankenhagen an. Dass dieses Geld gut investiert ist, davon haben sich in dieser Woche Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion bei einem Rundgang und einem Essen in derschuleigenen Mensa überzeugt. Neben der Entlastung für berufstätige Eltern kommt der Ganztagsschule laut Schulleiter Asche eine wesentliche soziale Funktion zu. "Es gibt Kinder, die zu Hause nicht unbedingt ein geregeltes Mittagessen bekommen", betont er die besondere Bedeutung des warmen Mittagessens für Kinder aus sozial schwachen Familien - 2,30 Euro bezahlt die Schule hierfür pro Essen an das Klinikum Schaumburg, 2 Euro müssen die Schüler bezahlen. Bewährt hat sich auch die Hausaufgabenbetreuung innerhalb des Ganztagsbetriebs: "Es ist gewährleistet, dass die Aufgaben gemacht werden, für die Eltern zu Hause ist das Thema vom Tisch - und die betreuenden Lehrer erkennen, was für Probleme es dabei manchmal geben kann."

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