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Grundstücksmarktbericht 2006: Immobilienpreise sinken, Bauland wird teurer

"Zögerliches Verhalten" am Markt

Landkreis (wm). Entscheidend für den Preis einer Immobilie beim Verkauf ist die Lage, sagt Michael Broermann, Leiter der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) in Rinteln, was auch aus Sicht einer Käufers Sinn ergebe: Häuser könne man sanieren, die Lage nicht. Ob eine Bundesstraße angrenzt oder ein Seegrundstück, da liegen oftmals Welten dazwischen - n ur einer der Trends, die im aktuellen Grundstücksmarktbericht 2006 nachzulesen sind, herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte und erhältlich beim Katasteramt in Rinteln.

Michael Broermann, Leiter der Behörde für Geoinformation, Landen

Dass Immobilien wie Grundstücke im Nordkreis teurer sind als im Südkreis, schilderte Broermann, habe nachvollziehbare Gründe: Bad Nenndorf beispielsweise habe einst vom Status des Kurortes profitiert, heute sei es vor allem die Nähe zur Landeshauptstadt, was die Preise hochhalte. Rodenberg könne mit einem Autobahnanschluss punkten - sei also attraktiv für Berufspendler, Hagenburg locke mit der Nähe zum Steinhuder Meer. Zurzeit, so Broermann, sei eher eine Stagnation auf dem Markt zu beobachten, ein "zögerliches Verhalten". Hier spiele die unsichere Situation auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle, der Einschnitt bei der Eigenheimzulage und Strukturveränderungen. Während Immobilienpreise gegenüber den Vorjahren "moderat" nachgegeben haben, sind die Preise für erschlossenes Bauland um durchschnittlich zwei Prozent gestiegen. Das wiederum, so Broermann, habe nichts mit Angebot und Nachfrage zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die Erschließungskosten für Strom, Gas, Wasser und Straßenbau gestiegen seien. Günstige Bauplätze in Schaumburg gibt es ab 45 Euro - erschlossen - die Obergrenze liegt bei 100 Euro pro Quadratmeter. Die Preise für landwirtschaftliche Grundstücke sind leicht gefallen und liegen für Ackerland zwischen 90 Cent und 2,45 Euro je nach Güte, Größe und Lage. Die Pachtpreise haben sich zwischen 305 und 410 Euro je Hektar und Jahr eingependelt, erläuterte der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Heinz-Dieter Obenhaus. Gartenland ist zwischen 3 und 18 Euro je Quadratmeter zu haben. Forstgrundstücke gibt es von einem bis 50 Euro, abhängig davon, "was man daraus machen kann". Nach wie vor gefragt ist das Einfamilienhaus für die junge Familie mit kleinem Grundstück zwischen 250 und 350 Quadratmetern. Erkennbar sei inzwischen auch ein Trend zur gebrauchten Immobilie, sagt Christina Brandt, zuständig für die Wertermittlung. Das "durchschnittliche" Ein- bis Zweifamilienhaus im Landkreis kostet 143 000 Euro, hat der Gutachterausschuss ermittelt. 2004 waren es noch 4000 Euro mehr. Reihenhäuser und Doppelhaushälften werden durchschnittlich für 134 000 Euro verkauft, auch hier ein leichter Preisrückgang. Unruhige Zeiten kommen auf Vermieter zu, denn jeder Arbeitsplatzwechsel ist heute mit einem Wohnungswechsel verbunden, und der Arbeitsmarkt erzwingt vor allem bei jungen Leuten mehr Mobilität als früher. Was auch zur Konsequenz hat, dass Vermieter mit höheren Leerständen rechnen müssen als in den Vorjahren. Dem Steinanger in Rinteln als innenstadtnahes Wohngebiet geben die Mitglieder des Gutachterausschusses gute Chancen, Seniorenwohnungen seien nach wie vor mit Erfolg zu verkaufen oder zu vermieten. Ein Tipp: Schnäppchenjäger sollten regelmäßig die Versteigerungstermine für Immobilien unter www.amtsgericht.de abfragen. 157 Seiten umfasst das umfangreiche Zahlenwerk, das für Käufer wie Verkäufer den Grundstücks- und Immobilienmarkt in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim und Holzminden transparent macht. Die Datensammlung ist auch als CD erhältlich oder im Internet abrufbar. Weitere Informationen bei der GLL unter (05751) 1792-121.

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