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Schädel soll in 80ern entdeckt worden sein / In Hohenroder Wohnhaus gelagert

Zeugin meldet sich: Sie will den Totenschädel ins Rohr gelegt haben

Hohenrode (crs). Es gibt einen ersten konkreten Hinweis zur Herkunft des bei Hohenrode in einem Kanalrohr gefundenen Schädels. Gestern Vormittag hat sich eine Zeugin bei der Polizei gemeldet, deren Aussage Kripo-Chef Uwe Steding als "sehr glaubwürdig" bewertet. Demzufolge liegt der Schädel bereits seit Ende der achtziger Jahre in dem Kanalrohr oberhalb von Hohenrode. Ein Gewaltverbrechen steckt nach Einschätzung der Polizei aber nicht dahinter: Offenbar war der Schädel zuvor bei Einebnungsarbeiten in einer Ortschaft im südlichen Niedersachsen gefunden worden, vermutlich in der Nähe eines Friedhofs.

Die groß angelegte Suchaktion vom Montag hat ein Ergebnis: Rinte

Ein Mann habe den Schädel um 1988 oder 1989 herum von einer Baustelle nach Hohenrode gebracht, erinnert sich die aus der Region stammende Zeugin. Steding hält es für wahrscheinlich, dass die Einebnungsarbeiten in der Nähe eines Friedhofs oder einer Kirche stattgefunden haben: "Wo findet man sonst einen Schädel?" Aus welchem Ort genau der Schädel stammt, konnte die Frau jedoch nicht mit Sicherheit sagen, zumal sie selber damals nicht dabei war. Auch zur Identität des Finders konnte sie der Polizei keinerlei Anhaltspunkte geben: "Wir wissen nicht, wie er heißt, wo er wohnt, ob er überhaupt noch lebt", sagtSteding. In Hohenrode jedenfalls ist der Mann nicht mehr zu Hause, genauso wenig wie die Zeugin. Nachdem der namentlich unbekannte Mann den Schädel nach Hohenrode gebracht hatte, lagerte dieser zunächst für einige Zeit in einem Wohnhaus. "Damit waren aber wohl einige Bewohner auch aus Pietätsgründen nicht einverstanden", schildert Steding die Lage Ende der achtziger Jahre. Und so sei irgendwann die Frage aufgekommen: Wie entsorgt maneigentlich einen Schädel? In einer von "Rat- und Hilflosigkeit" geprägten Situation wurde der Schädel schließlich kurzerhand in dem Kanalrohr abgelegt. Das zumindest kann die Zeugin aus erster Hand bestätigen: Sie war nämlich selber dabei. In den folgenden Jahren geriet der Schädel auch bei der Zeugin allmählich in Vergessenheit - bis ihn die städtischen Bauhof-Mitarbeiter am 1. Februar bei Reinigungsarbeiten entdeckten. Durch die folgenden Medienberichte wurde die Frau auf die Sache aufmerksam, erinnerte sich an die Umstände damals und fasste schließlich den Entschluss, zur Polizei zu gehen. "Für die hilfreichen Hinweise sind wir sehr dankbar, das erspart uns weitere Suchmaßnahmen", sagt Steding. Ärger mit den Behörden oder gar eine Anzeige hat die Frau seiner Einschätzung zufolge nicht zu befürchten. Die Zeugenaussage stützt die Vermutung der Polizei, dass dem Schädelfund kein Gewaltverbrechen zugrunde liegt. Die Staatsanwaltschaft wird jetzt entscheiden, inwieweit die Untersuchungen überhaupt fortgesetzt werden. Für weitere Hinweise - entweder zum unbekannten Mann oder zum ursprünglichen Fundort des Schädels - ist die Polizei dankbar. Weitere Hinweise an die Dienststelle unter (05751) 9545-0.

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