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Die meisten Schüler fühlen sich gut vorbereitet / Für Schulleiter im Landkreis enormer bürokratischer Aufwand

Zentralabi: Abweichungen gegenüber früher minimal

Landkreis (jl). Es ist gelaufen, das erste Zentralabitur. Unterm Strich ist der Notendurchschnitt in den fünf Schaumburger Gymnasien ähnlich wie der beim letzten Abitur nach altem Strickmuster im vergangenen Jahr ausgefallen. Und die Angst der Schülerinnen und Schüler vor Aufgaben, die nicht vom Lehrer, sondern aus der Landesschulbehörde gekommen sind, scheint unbegründet gewesen zu sein. Verschiebungen des Notenspiegels hat es nur in einigen Bereichen gegeben, wie die Schulleiter zu Protokoll gaben.

Angelika Hasemann, Leiterin des Stadthäger Ratsgymnasiums, hat einen tiefen Blick in die Statistik getan, um festzustellen, dass die Notenverschiebungen von 2005 auf 2006 marginal gewesen sind. Der Gesamtdurchschnitt des größten Schaumburger Gymnasiums hat sich mit dem Zentralabitur von 2,6 (2005) auf 2,64 verschoben. Einser-Abiturienten gibt es in diesem Jahr einen mehr, nämlich 17, und auch bei den Zweier- und Dreier-Absolventen hat es keine großen Unterschiede gegeben. Zwischen den Einser-Abiturienten 2005 und 2006 gibt es allerdings einen Unterschied, der in der vergangenen Woche interessierten Zeitungslesern aufgefallen sein müsste: Die Bestnote ist jetzt 1,5, wohingegen es 2005 drei Absolventen mit besseren Endnoten gegeben hatte. Auch bei den Zweier-Absolventen hat es laut Hasemann die gleiche Verschiebung gegeben. Heiko Knechtel, Leiter des Stadthäger Wilhelm-Busch-Gymnasiums, meldet von seiner Schule eine Auffälligkeit: Bei den Leistungskurs-Schülern seien die Noten in der Tendenz nach oben gegangen und bei Teilnehmern von Grundkursen nach unten. Am Gesamtdurchschnitt habe sich wenig geändert. Der Trend bei den unterschiedlichen Kursarten gilt laut Hasemann am Ratsgymnasium auf jeden Fall für das Fach Physik. Dort hätten die Grundkurs-Schüler die Aufgaben als sehr schwer empfunden. Im Übrigen melden alle fünf Schulleiter, dass die Aufgabenstellungen beim Gros der Schüler gut angekommen seien. Knechtel und dessen Rintelner Kollege Reinhold Lüthen, Leiter des Gymnasiums Ernestinum, stellten fest, dass das Zentralabitur einen grundlegenden Wechsel im geforderten Prüfungsstoff darstellt. "Es gibt jetzt ein viel breiteres Auswahlspektrum", sagte Knechtel. Das stelle eine Tendenz zum Generalisten weg vom "speziell Ausgebildeten" dar. Für Lüthen ist dies das Aus für inhaltliche "Steckenpferde" im Unterricht. Er ist sich sicher, dass dies bei den Schülern "zu mehr Ernsthaftigkeit" führen wird, weil es gelte, "gemeinsam ein Ziel zu erreichen". Die gleichen Aufgaben für alle, das bedeutet für Irmtraud Gratza-Lüthen, Leiterin des Gymnasiums Bad Nenndorf, "deutlich höhere Transparenz. Die Schüler wissen, was auf sie zukommt". Nenndorf und Rinteln verzeichnen fast die gleichen Notenschnitte wie 2005, und im Kurort gab es laut Schulleiterin "deutlich weniger Nachprüfungen". Unterschiede zwischen Vornoten und Abiprüfungen und entsprechende Nachprüfungen hat es am Bückeburger Gymnasium Adolfinum laut Schulleiter Wilhelm Gieseke im größeren Umfang nur im Fach Deutsch gegeben. Beim Ratagymnasium sind laut Angelika Hasemann im größeren Umfang Nachprüfungen gelaufen, weil dort die Schuldezernentin dieses Jahr die Abitur-Regie geführt habe, und diese habe in jedem Zweifelsfall auf Nachprüfungen bestanden. Das Zentralabitur ist jedoch gegenüber früher ein ungeheuer großer Aufwand für die Schulleitungen gewesen, weil diese für den Download und die Vervielfältigung der Aufgaben zuständig seien, was früher die Lehrer gemacht hätten, wie Gieseke anmerkte. Eine Arbeit, die nach Hasemanns Meinung auch "eine technische Assistentin"hätte machen können. Das müsse die Schulbehörde "überdenken". Nervig seien auch die täglichen Korrektur-E-Mails gewesen, die dann in aller Schnelle in die Aufgaben eingearbeitet werden mussten.

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