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Arbeit der Stadthäger Polizei zeigt Erfolg / Sorge bereiten Drogen- und Alkoholkonsum junger Verkehrsteilnehmer

Zahl der schweren Verkehrsunfälle sinkt drastisch

Stadthagen (jl). "Wir sind ein bisschen stolz darauf." So hat Stadthagens Polizeichef Mathias Schröder die entscheidenden Merkmale des Unfallgeschehens auf den Straßen in seinem Zuständigkeitsbereich während des vergangenen Jahres im Pressegespräch kommentiert. Markant ist ein drastischer Rückgang von Unfällen mit schweren Folgen -vor allem bei jungen Fahrern.

Unzufrieden ist die Polizei jedoch mit zwei Faktoren: eine recht hohe Zahl von Unfallfluchten und die Spitzenstellung Stadthagens bei Unfällen unter Alkoholeinfluss im Landkreis. Während die Unfallgesamtzahl in Stadthagen sowie in den Samtgemeinden Sachsenhagen, Lindhorst und Niedernwöhren 2006 geringfügig um 28 auf 838 zurückgegangen ist, fallen dort die Rückgänge markanter aus, wo die Ordnungshüter laut Schröder 2006 "einiges angeschoben" hatten: Um fast elf Prozent auf 181 ist die Zahl schwerer Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften gesunken. Die Zahl der Getöteten hat sich,insgesamt von vier auf zwei halbiert und die Zahl der Schwerverletzten ist von 53 auf nur 22 gesunken. Schröder führte das auf zeitlich geballte und intensive Großkontrollen im vergangenen Jahr zurück, die bei den Betroffenen überwiegen positiv aufgenommen worden seien. Für den Kommissariatsleiter ist vor allem eines wichtig: "Wir haben kein junges Leben an den Straßenverkehr verloren." Junge Verkehrsteilnehmer - von der Sicherheit von Kindern im Auto bis hinzu zu jugendlichen Fahrern - seien die Hauptzielgruppe der Kontrollen gewesen, die nicht nur Kontrollen, sondern Vorbeugung gewesen seien. Diese Zielgruppe meinen Schröder und Kollegen erreicht zu haben, und "darauf sind wir ein Stückstolz". Sorge bereiten der Polizei der Drogen- und Alkoholkonsum vor allem von jugendlichen Verkehrsteilnehmern, den Schröder mit den Worten "leichtfertig" bewertete. In der Unfallstatistik ragt Stadthagen übrigens mit 27 Unfällen wegen Alkohol am Steuer aus den übrigen Schaumburger Kommissariaten hervor. Deswegen und weil die Ermittler eine hohe Dunkelziffer solcher Konsumenten im Verkehr vermuten, wird ein Schwerpunkt der Aktionen dieses Jahres Drogen und Alkohol bei Jugendlichen sein. Hinzu kommt, dass diese Faktoren auch bei Jugendkriminalität eine wichtige Rolle spielen. Bernd Finkelmann, der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, erinnerte daran, dass die für den Führerschein kritische Promillegrenze bei Unfällen bereits bei 0,3 beginne. Da solle sich jeder an die eigene Nase fassen und auch im Bekanntenkreis "offensiv" mit diesem Thema umgehen, forderte Schröder. Besonderes Augenmerk hat die Polizei auf Radfahrer. 31 Mal waren diese in Unfälle verwickelt, davon 15 Mal als Verursacher. Als "skrupellos" empfindet Schröder die Autofahrer, die nach Unfällen fliehen. 178 Mal ist das 2006 geschehen, davon in 21 Fällen mit Personenschäden. Gründe seien unter anderem die Verdeckung anderer Straftaten, zum Beispiel Alkohol, vermutet der Polizeichef.

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