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Der X5 soll als Serien-Plug-in-Hybrid der Kernmarke BMW das SUV-Segment umweltverträglich gestalten

xDrive trifft eDrive

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Markus BeiMs

München. Die erste Begegnung in einem Autohaus könnte möglicherweise zu einigen Verständigungsschwierigkeiten führen. „Wir möchten uns gerne einmal den neuen Allrad-BMW X5 xDrive40e anschauen. Sie wissen schon, jenen mit eDrive.“ Die Typenbezeichnung ist zunächst vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, doch die Interessenten können beruhigt werden. Auf dem neuen Plug-in-Hybrid X5 steht nicht nur BMW drauf, er fährt sich auch so und ist natürlich auch einer. Und zwar ein ganz besonderer.

Wer mit den Anglizismen Probleme hat, wird sicherlich eine andere Umschreibung für das große SUV mit eDrive-Funktion finden. Doch die Herkunft des Bayern ist schließlich Spartanburg in den USA. „Dort haben wir den vergangenen 20 Jahren mehr als drei Millionen Fahrzeuge gebaut, davon seit 1999 rund 1,5 Millionen X5“, sagt Projektleiter Gerhard Thiel. Zahlen lügen nicht. Auch nicht jene der Fahrzeugdaten. Die maximale Systemleistung beträgt immerhin 230 kW/ 313 PS, wozu der 2,0-Liter-Vierzylinder 180 kW/245 PS beisteuert. Der Synchron-Elektromotor soll für eine Reichweite von 31 Kilometern sorgen, sodass auch der Normverbrauch für Plug-in-Hybridfahrzeuge lediglich 3,3 Liter betragen soll.

Genug der Zahlen. Doch Moment mal. Sie haben richtig gelesen. Über lediglich vier Zylinder verfügt der X5 xDrive40e. Wer kauft sich einen rund 2,3 Tonnen schweren Geländegänger und belässt es bei einem Motörchen statt der erwarteten sechs oder gar acht Zylinder? BMW handelt hier nur konsequent. Der verbrauchsarme Vierzylinder-Plug-in-Hybrid ist mehr als nur ein Kompromiss. Und um das doch noch einmal mit einer Zahl zu untermauern, stehen 350 Newtonmeter Systemdrehmoment im Datenblatt des X5 xDrive40e.

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Für die Testfahrt hat BMW drei Streckentypen ausgewählt – passend zu den drei Modi, in denen der Elektromotor zum Einsatz kommt. Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn. Angewählt werden die Modi über eine Taste in der Mittelkonsole. In der Grundeinstellung „Auto eDrive“ erhält der Verbrennungsmotor beim Beschleunigen sowie bei Zwischenspurts eine deutlich spürbare Unterstützung durch den E-Motor. Im Modus „Max eDrive“ bewegt sich der X5 im Stadtverkehr rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei. Und im dritten Modus „Save Battery“ bleibt der Ladezustand des Lithium-Ionen-Akkus erhalten und kann zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Darüber hinaus ist im „Save Battery“-Modus die Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie, möglich.

Wer selten ein Elektroauto fährt, erwischt sich schon mal dabei, das Fenster herunterzufahren, um zu horchen, ob der Motor überhaupt an ist. In der Stadt kommen wir mit dem Elektroantrieb des xDrive40e problemlos voran. Selbst wenn München einmal von Nord nach Süd komplett durchquert werdenmuss, genügt dafür die Elektroreichweite. Auf der Autobahn spürt der Fahrer beim Tritt aufs Gaspedal zunächst schon, dass er nur einen Vierzylinder bewegt. Mit der Unterstützung des E-Motors allerdings sind auch flotte Überholmanöver und Zwischenspurts kein Problem. „Die uneingeschränkte Langstreckentauglichkeit auch dieses BMW ist voll gewährleistet“, bekräftigt Projektleiter Thiel.

Auf der Rückfahrt über kurvige Landstraßen macht sich schließlich die Rückgewinnung der Energie bezahlt, die wir im Stadtverkehr wieder einsetzen. Wie praktisch. So macht ein Plug-in-Hybrid wirklich Spaß. Die Markteinführung des X5 xDrive40e zum Preis ab 68 400 Euro erfolgt im Herbst 2015.

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