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Bückeburg braucht Platz für 150 Flüchtlinge aus den Zuweisungen des Landkreises

Wohnungen dringend gesucht

Bückeburg. Bis Ende Januar 2016 werden in der Stadt Bückeburg weitere etwa 150 Flüchtlinge aus den Zuweisungen des Landkreises untergebracht werden, monatlich also 32 Menschen. Bisher sind bereits 161 Flüchtlinge in Wohnungen an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet gezogen und haben hier ihren festen Wohnsitz. Diese Zahlen nannte der 1. Stadtrat Reiner Wilharm in einer Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses. Die rund 240 Flüchtlinge in der Jägerkaserne zählen nicht mit, da sie in einer vom Land Niedersachsen betriebenen Unterkunft untergebracht sind.

Autor:

von raimund cremers

Ab dem 15. Oktober wird der Landkreis Schaumburg die kreisangehörigen Kommunen heranziehen, um Aufgaben zu übernehmen, damit die Unterbringung der Flüchtlinge gewährleistet ist (wir berichteten). Die Stadt soll sich auf Wohnungssuche machen und dafür sorgen, dass sich die Wohnungen in einem „zumutbaren Zustand“ befinden. Während die Sachkosten, wie etwa die Mieten, vom Landkreis übernommen werden, müssen die Personalkosten von der Stadt übernommen werden, berichtete Wilharm weiter. Um diese Kosten zu decken, müssen in den Haushalt zusätzlich 30 000 Euro eingestellt werden.

Im Rathaus ist der Fachgebietsleiter Bürgerservice, Christian Schütte, als Ansprechpartner benannt worden. Außerdem wurde ein Arbeitskreis mit Bürgermeister Reiner Brombach, Reiner Wilharm und Mitarbeitern des Sozialbereichs gebildet. Sie müssen sich jetzt darum kümmern, woher die Stadt Wohnraum bekommt. Die Vermietung der stadteigenen Immobilien ist bereits gestoppt, zwei Angebote gingen bisher bei der Stadtverwaltung ein. Der Markt sei leer gefegt, sagte Wilharm auf Nachfrage, da bereits der Kreis in den vergangenen Monaten zahlreiche Wohnungen angemietet hat, um sein dezentrales Unterbringungskonzept umsetzen zu können.

Noch nicht geklärt ist, ob die Plätze der vom Landkreis bereits angemieteten Wohnungen in Häusern der ehemaligen britischen Siedlung an der Fürst-Ernst-Straße mit zum Unterbringungskontingent der Stadt gerechnet werden oder nicht. Wie Wilharm sagte, werde das in einem Gespräch geklärt werden müssen, zu dem der Landkreis die Kommunen Anfang kommender Woche in das Kreishaus geladen hat. Sollten sie angerechnet werden, kann die Stadt bereits um die 100 Flüchtlinge unterbringen.

Verklausuliert wies Wilharm während der Sitzung auf ein „Notquartier“ in einer Landkreis-Immobilie hin, dass für die Unterbringung von Flüchtlingen in Betracht kommen könnte. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um die leer stehende Herderschule handeln, die als „letzte Lösung“ in Betracht kommen könnte – wenn sie sich überhaupt dazu eignet.

Wer eine Wohnung zur Verfügung stellen kann: (0 57 22) 206-0 oder E-Mail: rathaus @bueckeburg.de.

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