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Wofür steht welche Partei? Nicht immer leicht zu erkennen

BAD MÜNDER. Nie war es einfacher, sich die Wahlprogramme auf den eigenen Bildschirm, das eigene Tablet zu holen. Aber mal ehrlich: Haben Sie schon einen Blick in das Programm einer Partei für die anstehende Landtagswahl geworfen. Gar mehrere verglichen? Wer jetzt mit „Nein“ antwortet, ist sicherlich nicht allein. Denn auch die Parteimitglieder kennen das eigene Programm zumeist nicht komplett.

Landtag bad münder
Selbst diejenigen, die in den vergangenen Wochen erbittert um Formulierungen gerungen haben, die sich für eben dieses Programm wählen lassen wollen, müssen beim schnellen Blick auf einzelne ausgewählte Passagen passen. Das mag daran liegen, dass die Ziele teilweise gar nicht weit auseinander liegen, dass sich für manche Probleme einige Lösungen einfach anbieten. Wenn es nicht um die Themen geht, mit denen sich eine Partei besonders stark in der Öffentlichkeit darstellt, liegen auch die heimischen Bewerber um einen Sitz im neuen Niedersächsischen Landtag schnell daneben, wie ein kurzes Experiment der Neuen Deister-Zeitung mit den Kandidaten der bereits im Landtag vertretenen Parteien zeigt.

Tierhaltung und Flächenbewirtschaftung, Lebensbedingungen auf dem Land und in der Stadt, Digitalisierung und Arbeitszeitmodelle, Elektromobilität – die kurzen Passagen aus den Wahlprogrammen von SPD und CDU, FDP und Grünen wurden den Kandidaten anonymisiert vorgelegt. Grüne und FDP ordnete Ulrich Watermann (SPD) ohne zu Zögern richtig zu, bei der Passage aus dem SPD-Programm und dem der CDU lag er daneben und vertauschte sie. „Das zum ländlichen Raum könnte auch bei uns stehen“, erklärte er. Das identische Trefferbild lieferte auch Markus Burgdorf, Kandidat der FDP. Petra Joumaah (CDU) erkannte das eigene Programm und das der Grünen, vertauschte hingegen die Positionen von SPD und FDP. Beim eigenen Programm machte auch Grünen-Kandidat Marc Terheder das Kreuz an der richtigen Stelle, bei anderen Positionen strauchelte er aber: Die SPD-Passage ordnete er der CDU zu, die CDU-Passage der FDP und die der Freien Demokraten der SPD.

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