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Ex-Sozialdemokrat will Ortsverband gründen / Abgeordnete: „Würden ihn mit offenen Armen empfangen“

Wöllenstein führt Gespräche mit den Linken

Bad Münder (mf). Es ist ihm ernst: Ex-Sozialdemokrat Hubertus Wöllenstein will in Bad Münder einen Ortsverband der Partei Die Linke gründen. Der Politiker hat bereits Kontakt zum Landesverband und zur heimischen Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann aufgenommen. Am kommenden Dienstag soll es ein Sondierungsgespräch geben.


Sollten beide Seiten die Zusammenarbeit besiegeln, will Wöllenstein bereits zur Kommunalwahl 2011 für die Linken antreten. Er habe sich den Schritt reiflich überlegt, sei fest entschlossen, sagte er gegenüber der Neuen Deister-Zeitung. „Ich würde mich dort am besten aufgehoben fühlen. Die Linken machen jene Politik, die die Sozialdemokraten leider seit geraumer Zeit vermissen lassen.“

Frühere Überlegungen, sich möglicherweise den Grünen oder der Wählergemeinschaft ProBürger anzuschließen, habe er verworfen. Eine in Bad Münder neue kommunalpolitische Alternative verspreche „Dynamik, die auch nötig sei, um verkrustete Strukturen aufzubrechen“, ist der 62-Jährige überzeugt.

Nach 30 Jahren SPD-Zugehörigkeit hatte das frühere Stadtratsmitglied Anfang 2006 seinen Genossen den Rücken gekehrt. Der Stadtverband hatte den Querdenker nicht mehr auf Liste für die Kommunalwahl setzen wollen und ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet. Auslöser war damals ein zwischen ihm und der Ratsfraktion eskalierter Streit um die Laternen-Nachtabschaltung. Wöllenstein wollte seinen Rausschmiss jedoch nicht einfach hinnehmen und gründete postwendend die Kommunalpolitische Wählergemeinschaft (KWG). Unter dieser Flagge gelang ihm auf Anhieb der Einzug in den Ortsrat Bad Münder, dem er bis heute angehört.

„Wenn Herr Wöllenstein sich uns anschließen würde, fände ich das klasse“, sagt die Linken-Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann. „Wir würden ihn mit offenen Armen empfangen.“ Krellmann zufolge hatte es bereits einmal einen Anlauf zu Gründung eines Ortsverbandes in der Kurstadt gegeben, der aber im Sande verlaufen sei. „Das wäre jetzt ein neuer Impuls“, freut sie sich mit Blick auf Wöllensteins Signale.

Der wiederum sieht gute Chancen für die Linke, ab Ende 2011 im Stadtrat zu sitzen. Sollte die Wahlrechtsreform nämlich, wie von der Landesregierung geplant, zu einer Beschränkung der Listen auf einen Wahlbereich führen, wäre das nicht nur für FDP, Grüne und ProBürger, sondern auch für die Linken eine große Erleichterung.

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