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Duft, Geschmack, Haptik, Optik - toll!

Wo Kräuter wachsen, blüht das Glück

Sich nicht zum Sklaven seines Gartens machen, ihn nicht gewissermaßen rund um die Uhr pflegen müssen, sondern den genussvollen Aspekt zu leben – mit Kräutern kommt man dieser Philosophie des entspannten Gärtnerns schon recht nahe.

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Autor:

Jens F. Meyer und Saskia Gamander

Weil Kräuter Ruhe ausstrahlen. Weil sie als dauergrüne Pflanzen wie Salbei, Rosmarin oder Ysop auch in den Herbst- und Wintermonaten optische Akzente setzen. Weil ihr Anbau wirklich einfach ist. Und weil sie mit Düften verführen und als Gewürz in der Küche sehr gut Verwendung finden können.

Duft, Geschmack, Haptik, Optik – Kräuter- und Heilpflanzen sorgen für ein Rundum-Wohlfühlprogramm. Ein Kräuterbeet, ob nun als Spirale, Schnecke oder in anderer Form umgesetzt, ist eine Sinneserfahrung, die jeden Tag Appetit auf mehr macht. Lavendel, Thymian, Salbei, Rosmarin, Berg-Bohnenkraut und viele mehr sind (auch aufgrund moderner Sortenzüchtung) vollständig winterhart. Die meisten wichtigen Kräuter benötigen einen durchlässigen Boden ohne Staunässe. Wo er zu „fett“ ist, kann er mit Sand durchlässiger gemacht werden. Beispiel Lavendel: Er steht in seiner Heimat im Süden Frankreichs auf kargen Böden. Feuchtes Substrat lässt ihn nicht wachsen. Deshalb gilt: Wer ein Kräuterbeet anlegt, muss vor allem das Erdreich gut vorbereiten. Alles andere ergibt sich von selbst.

Denn: Kräuterpflanzen verlangen kaum nach Dünger, im Gegenteil. Viele würden ihn gar nicht gut vertragen. Von Zeit zu Zeit und je nach Art kann ein wenig Kalkdüngung nicht schaden; alles andere jedoch ist unnötig. Und: Viel Wasser benötigen die Pflanzen auch nicht, zumindest nicht, wenn sie im Freiland stehen. Als Topfpflanzen können sie die Feuchte des Bodens natürlich nicht so gut nutzen, müssen also etwas mehr gegossen (aber nicht ertränkt) werden.

Der zierende Aspekt von Kräuterpflanzen ist fast genauso wichtig wie der lukullische. Die haarigen Blätter des Salbeis, die hübsche Blüte der Bergminze, das zitronig duftende Laub der Melisse, der jeden Bereich mit seiner Erscheinung schmückende Schnittlauch – das alles sind kleine Kunstwerke für sich, die in der Gemeinschaft genauso schön aussehen wie ein Zierstaudenbeet. Hier kommt es nicht auf die Blüte an, sondern das Blatt ist die wichtigste Komponente. Und natürlich der Nutzen dieser Pflanzen. Denn die unterschiedlichsten Kräuter und Heilpflanzen können Speisen hervorragend unterstützen. Ein eigener Kräutergarten ist also nicht nur gut für die Seele, sondern vor allem auch gut für Leib und Magen.

Es gibt unzählige Kräuter- und Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten angebaut werden. Oft waren es die Benediktinermönche, die den Anbau in Klöstern kultivierten und somit zur heutigen Vielfalt früh beitrugen. Kräuter- und Heilpflanzen haben deshalb eine große Bedeutung. Wichtig ist die Mischung: Sie ergibt sich einerseits aus den unterschiedlichen Geschmäckern, andererseits ist auch die Winterhärte entscheidend. Teilverholzende Kräuter wie Ysop oder Salbei (Salvia officinalis) gelten als Halbsträucher, andere sind winterharte Stauden und treiben im Frühling neu aus. Tipp: Um die Winterhärte nicht herabzusetzen, sollten die Kräuter nach Mitte September nicht mehr geschnitten werden, sondern erst wieder im zeitigen Frühling. Um sie zu nutzen, verwendet man Blätter und Blüten; in den allermeisten Fällen ist der Gehalt ätherischer Öle und guter Substanzen in den Blättern und Stängeln kurz vor der Blütenbildung im Sommer am höchsten – dann gilt es, sie zu schneiden, frisch zu verwenden, sie zu trocknen oder einzufrieren. Manche (wie Lavendel oder Ysop) werden um ein Drittel eingekürzt, andere (wie Melisse, Minze) werden handbreit über dem Boden geschnitten und treiben dann wieder stark aus. Außerdem gibt es noch die einjährigen Kräuter (wie Basilikum oder Koriander), die in jedem Jahr neu ausgesät oder als Pflanze gekauft werden. All diese Beispiele zeigen, wie vielfältig ein Kräutergarten sein kann.

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