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Bakedes Ortsbürgermeister will für den Erhalt der Gremien als Meinungsfindungsinstrument kämpfen

Wittich: Ortsräte sind die Basis der Demokratie

Bakede (st). „Ich bin gegen die Abschaffung der Ortsräte“, sagt Bakedes Ortsbürgermeister und Ratsherr Rolf Wittich (SPD). Er hält die Gremien für die „Basis der Demokratie“. Wittich weiter: „Die Abschaffung der Ortsräre wäre die Abschaffung eines Stückes Lebensqualität.“

Ortsbürgermeister Rolf Wittich will die Ortsräte erhalten.  Foto

Die Argumentation der Verwaltung, die Gremien seien zu teuer, könne er nicht so recht nachvollziehen. „Hier in Bad Münder gibt es pro Ortsratsmitglied 56 Euro Sitzungsgeld im Jahr“, so Wittich. Im Kreisvergleich sei das sehr wenig. „Andere Kommunen im Kreis zahlen ihren Ortsratsmitglieder von 180 bis zu 600 Euro im Jahr.“ Die Stadt Bad Münder müsste für den gesamten Ortsrat Bakede-Böbber-Egestorf gerade einmal 700 Euro im Jahr auf den Tisch legen.

Unterstützung bekommt Wittich von Ratsherr und stellvertretendem Bürgermeister Hans-Ulrich Siegmund (CDU): „Rolf, da liegen wir auf einer Wellenlänge.“ Die Gremien würden der Dorfgemeinschaft und den Ehrenamtlichen eine Plattform geben, die nur schwer ersetzt werden könnte. Allerdings gibt Siegmund zu bedenken, dass Wittich in seiner Rechnung das Geld für den Verwaltungsmitarbeiter vergessen habe, der jeder Sitzung beiwohnen muss. „Da müssen wir nach einer Lösung suchen, bei der die Ortsräte erhalten bleiben und die Stadt trotzdem Geld sparen kann.“

Auf dem Neujahrempfang in Bakede zeigte sich, dass Wittich und Siegmund auch bei einem weiteren Thema einer Meinung sind – dem „Bakeder Thema“ wie Siegmund es nannte: Kindergartenneubau. „In ganz Bad Münder sind über Jahre Kitas gebaut worden, nur in Bakede fehlt ein solcher Bau noch. Das muss umgesetzt werden“, so Siegmund, der nach eigenen Worten froh ist über den Beschluss, den der Rat jüngst zu diesem Thema getroffen hat, denn er ließe die Möglichkeit eines Neubaus offen, wenn denn der Eigenanteil der Stadt 281 000 Euro nicht übersteigt.

„Wir müssen alles tun, damit unsere Dörfer nicht veröden und junge Familien den Drang verspüren wegzuziehen“, sagt Wittich. Ein Neubau statt eines Anbaus der Kita an die Grundschule sei ein Schritt in die richtige Richtung. Der Ortsrat werde alles dafür tun, den Eigenanteil der Stadt unter der magischen Grenze zu halten. Mit Spenden und ehrenamtlichen Maßnahmen zur Kostenreduzierung will sich die Dorfbevölkerung, die zu einem sehr großen Teil ebenfalls den Neubau bevorzugt, an dem Unternehmen beteiligen.

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