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Erkenntnisse aus Integrationsworkshops fließen direkt in Praxis ein / Awo-Kreisverband organisiert

Wissenschaftler als ständige stille Beobachter

Stadthagen (jl). Die seit einem Jahr angebotenen Integrationsworkshops in der Schule Am Schlosspark und in der Hans-Christian-Andersen-Schule stehen ständig unter Beobachtung von außen. Die wissenschaftliche Begleitung dieser vom Awo-Kreisverband organisierten Betreuung von Kinder und Jugendlichen ausländischer Herkunft ist nach den Worten von Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske Pflicht, damit andere von diesem Pilotprojekt profitieren können.

Seit Anfang vergangenen Jahres ist der Sozialpädagoge Jörg Beckmann bei der Arbeit. Begonnen hat er in der Schule Am Schlosspark, indem er an zwei Nachmittagen pro Woche Computer AGs angeboten hat. Die Resonanz war und ist groß: Bis zu 30 Teilnehmer kommen jeweils. Über die Beschäftigung mit dem Medium Computer tasten sich Beckmann und seine Schützlinge zum eigentlichen Anliegen des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Modell-Projektes vor:die Integration. So hat Beckmann im Laufe des Jahres mehrere Aktionen gestartet, bei denen die Teilnehmer ganz intensiv über unterschiedliche Kulturen, Religionen und Nationen gesprochen haben, wie er jetzt in einem Pressegespräch bilanzierte. Seit dem vergangenen Sommer laufen ähnliche Angebote in der Nachmittagsbetreuung der Hans-Christian-Andersen-Schule. Alle AGs werden in diesem Jahr fortgesetzt. Hinzu kommt an der Hans-Christian-Andersen-Schule eine Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Lebensplanung zusammen mit dem ProAktiv-Center. Geplant sind Trommel- und Tanzworkshops in den Oster- und Herbstferien. Die Vorgängerveranstaltungen des vergangenen Jahres haben sich nach Angaben der Klassenlehrer sehr motivierend auf die Schüler ausgewirkt. Weil diese Form von Integrationsversuch neu ist, hat Hanauske nach ihren Worten eine wissenschaftliche Begleitung für erforderlich gehalten - zur Qualitätsmessung und als Ergebnissicherung für Integrationsworkshops in anderen Orten, denn der Stadthäger Ansatz ist bis jetzt in weitem Umkreis einzigartig. Als Begleiterin hat die Awo die Evangelische Fachhochschule Hannover gefunden. Ständige Beobachter Beckmanns und dessen Schützlinge sind die Dozentin Petra Hartleben-Baildon sowie die beiden Master-Studenten Meike Thebelt und Marcus Köster. Beide haben Berufserfahrungen als Sozialarbeiter und in der "Auftragsforschung". "Wir wollen die Erfolge sichern und prüfen, was auf andere Städte und Gemeinden übertragbar ist", nannte Hartleben ein Ziel der wissenschaftlichen Begleitung. Das andere ist die Optimierung des Stadthäger Projektes. Was Theibelt und Köster bei ihren Beobachtungen vor Ort sowie in Gesprächen mit Beckmann und den Schülern an Verbesserungserkenntnissen gewinnen, geht auf dem kürzesten Weg in die tägliche Praxis.

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