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Vorstellung des kreisweiten Konzeptes zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid

Wirtschaftsvereinigung als Klima-Ausbilder?

Bad Münder (st). Klimaschutzkonzept ohne Klimaschutzagentur – geht das? Bad Münders Bürgermeisterin Silvia Nieber sagt ja. Doch bei der Vorstellung des kreisweiten Konzeptes durch Dieter Frauenholz vom Büro KoRiS, das das Papier gemeinsam mit dem Klima-Bündnis und dem Energie- und Umweltzentrum am Deister erarbeitet hat, kamen bei dem ein oder anderen Zuhörer aus der Schar der Ratsmitglieder und Verwaltungsangestellten Zweifel auf. Grund: Für die im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen zur Einsparung von Kohlendioxid ist zu großen Teilen die Klimaschutzagentur als potenzieller Träger vorgesehen.

Rat und Verwaltung hören Dieter Frauenholz zu.  st

Obwohl sich der Verwaltungsausschuss gegen den Beitritt der Kurstadt zur kreisweiten Agentur ausgesprochen hat, glaubt Nieber an die Machbarkeit der Kohlendioxid-Reduktion durch im Konzept vorgeschlagene Maßnahmen – 20 Prozent bis 2010 sollen es sein. „Wir denken daran, auf die Wirtschaftsvereinigung zuzugehen, um gemeinsam die Erforderlichkeiten für eine Qualifizierung der Handwerksbetriebe zu sondieren“, sagt Nieber. Mit den kompetenten Betrieben vor Ort sei es möglich, eine fachlich fundierte Beratung aufzubauen – eine der Hauptmaßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept.

Agentur und Beratung hin- oder her – Flegessens Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak fehlt der Glaube an den Willen der Münderaner, sich am Klimaschutz zu beteiligen. Am Ende denke jeder Hausbesitzer beim Kauf einer neuen Heizung eher an die Haushaltskasse, als an die Umwelt.

Hier würde aber sehr wohl Beratung helfen, weiß Frauenholz. Denn: Umweltschutz lohnt sich. Viel zu häufig würden Hausbesitzern viel zu große Heizungsanlagen verkauft, weil die Qualifizierung der Handwerker in Sachen Klimaschutz teilweise noch unzureichend sei. Mit der richtigen Anlage – die nicht teurer sein muss – und passender Isolierung ließe sich unterm Strich viel Geld sparen.

Während ein Umdenken bei Bürgern und in der Wirtschaft zu einer deutlichen Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes führen würde, ist laut Frauenholz der Beitrag, den die Stadt leisten kann, lediglich marginal. „Der Anteil an Kohlendioxid-Ausstoß auf kommunaler Seite ist zu vernachlässigen. Hier zählt der Vorbildcharakter, den Maßnahmen seitens der Stadt haben könnten.“

Neben Beratung sollen Wettbewerbe Ansporn zum Klimaschutz geben.

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