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Hauptmann Marc Rohde gibt dem Arbeitskreis Reserveoffiziere Bückeburg einen Überblick über das bisher Geleistete

Wirtschaftlichkeit und Effizienz - Neuland für die Streitkräfte

Bückeburg. Geld für den Kernauftrag der Streitkräfte aus dem laufenden Verteidigungsetat freizumachen und die Armee wirtschaftlicher zu organisieren - diesen Auftrag gab Minister Rudolf Scharping im Jahr 2000 der Neugegründeten "Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb" ("g.e.b.b."). Hauptmann d. R. Marc Rohde, Mitarbeiter der in Köln beheimateten Bundeswehrorganisation, hat vor dem Arbeitskreis Reserveoffiziere Bückeburg (AKRO) die Ergebnisse der ersten Jahre der Arbeit der Gesellschaft vorgestellt. Bisher sind 700 Millionen Euro eingespart worden.

Hauptmann d. R. Marc Rohde

"Die g.e.b.b. wird in der Bundeswehr nicht ungeteilt positiv gesehen", machte der Referent zu Beginn seiner Ausführungen deutlich. Veränderungen bedeuteten immer auch Abschied nehmen vom Gewohnten und Bequemen. Die Streitkräfte könnten sich aber einen so hohen Grad an Service wie in der Vergangenheit nicht mehr leisten. "Das tut auch weh", so Marc Rohde. Der enorme Veränderungsdruck, der auf der Armee laste, erzwinge aber eine ökonomische Modernisierung. Das im täglichen Betrieb eingesparte Geld soll für die Transformation der Bundeswehr und die Erhöhung des investiven Anteils im Etat verfügbar gemacht werden. Erreicht werden soll dies durch Verkauf von Liegenschaften, Mobilisierung von Investitionskapital, dem Generieren von Erlösen und die Senkung der Betriebskosten. Bis 2010 soll deshalb das zivile Personal der Streitkräfte von 120 000 Beschäftigten auf 75 000 sozialverträglich heruntergefahren werden. Ob dies bis dahin gelingen wird, steht aber noch nicht fest. Mit der privaten Wirtschaft wurden bisher verschiedene Kooperationen eingegangen, so bei der Beschaffung von Bekleidung mit der Gründung der "LH Bw" und mit dem "Fuhrpark Service" für den Betrieb der handelsüblichen PKW der Bundeswehr. Die silberne Fahrzeugflotte ist modern und wird nach Ende der Leasingzeit ständig erneuert. Das durchschnittliche Alter beträgt nur 1,2 Jahre im Gegensatz zu 9,2 Jahren in der Vergangenheit. Allein die Existenz der "g.e.b.b." habe schon zu einer Wettbewerbssituation in Armee und Bundeswehrverwaltung geführt, die eine erhebliche Eigenoptimierung bewirkte. "Der Weg ist richtig", so Marc Rohdes Resümee, auch wenn der deutlich sichtbare Erfolg noch etwas auf sich warten lassen sollte.

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