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Wirtschaft soll selbst Kitaplätze schaffen

Zu: Leitartikel „Keine Träne wert“, vom 18. November

Den Kommentar fand ich stark ideologisiert. Ich reg’ mich auch auf. Das Betreuungsgeld soll keine Prämie für Verzicht auf staatliche Leistungen sein oder wie Frau Künast tönt, auch keine Prämie, damit die Kinder nicht die zu wenigen Kitaplätze in Anspruch nehmen. Quatsch. Diese Eltern möchten, dass ihre Kinder artgerecht und nicht im „genveränderten“ Erziehungsumfeld aufwachsen, möchten Nestwärme statt Kitamolligkeit vermitteln, möchten ihre Kinder selbst erziehen, können das noch und möchten auch etwas vom Erziehungskuchen abbekommen. Sie verzichten auf Einnahmen. Braves Kind schreit nicht, braves Kind kriegt nichts. In Bayern ist das Bildungsniveau spitze.

Warum haben wir so wenige Kinder, selbst in Italien? Trotzdem, wegen der katastrophalen Zustände, mittlerweile auch an den höheren Schulen, bin ich auch für Kitaplätze und meinetwegen auch wegen der Wahlfreiheit. Damit nicht eventuell vom Betreuungsgeld Flachbildschirme oder Schnaps gekauft werden, kann der Staat es ja trotz Erziehungszeiten in die Rentenversicherung einzahlen. Heutzutage hat jeder Rentenbeiträge bitter nötig. Aber warum wollen Väter und Mütter so schnell wie möglich wieder zurück an die Arbeitsplätze, wie er sagt? Was würde ein Zweijähriges denken, wenn es das lesen könnte? Wenn die Wirtschaft dringend mehr Kitaplätze fordert, soll sie sie schaffen, sonst sind es Subventionen. Erst hat sie in Tausenderblöcken die Menschen vor die Tür gesetzt, zugeschaut, wie die Familien im Hartz-IV-Niveau versunken und heute teilweise nicht mehr zu retten sind, hat ihre Ausbildungsversprechen nicht eingehalten, wir haben Mitschuld, weil wir dem Zeitgeist „Hauptsache, billig“ hinterhergelaufen sind, und jetzt heißt es, alles stehen und liegen lassen und wieder an die Arbeitsplätze.

Norbert Baum, Hameln

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