weather-image
27°
Zwischen zwei und 82 Kilo: 330 Tiere in der Liethhalle ausgestellt / Verein sucht Züchternachwuchs

"Wir züchten Terrier in der Bundesliga"

Obernkirchen (rnk). Weil "Pawel" gut gefrühstückt hat, gibt es beim Fototermin keine Schwierigkeiten. Klaglos setzt sich der Riese neben den Zwerg, fertig ist das Bild: die größte Terrierart neben der kleinsten. "Pawel" ist ein Schwarzer Terrier, "Jason" dagegen ein Yorkshire, der gerade mal zwei Kilo auf die Waage bringt, "Pawel" wiegt dagegen 54 Kilo. Aber nur, weil er mit zweieinhalb Jahren noch nicht ausgewachsen ist. Sein älterer Kumpel, der am Sonnabend in der Liethhalle über den Laufsteg promenierte, wiegt satte 82 Kilo. Man glaubt sofort, dass diese Hunderasse von der russischen Polizei gern eingesetzt wurde. Wie man sich dem Schwarzen Terrier am besten nähert, erklärt sein Züchter so: sehr, sehr vorsichtig.

Von zwei bis 82 Kilo: Innerhalb dieser Gewichtsspanne befinden sich die anderen 27 Terrierrassen, von denen 23 am Wochenende in der Liethhalle zu bewundern waren. Zum zweiten Mal in Folge hatten die Ortsgruppen Schaumburg und Hannover an der Leine zur Terrierschau in die Liethhalle geladen. Wie die Kennzeichen an den geparkten Wagen erkennen ließen, waren die Züchter vor allem aus dem norddeutschen Raum dieser Einladung gerne gefolgt. Beide Vereine sind seit langem freundschaftlich verbunden: Die Schaumburger Sektion wird von Bernd Spiller geleitet, die in der Landeshauptstadt von seiner Frau Uta. Schaumburg-Stellvertreter Ernst Kastning hatte in der letzten Woche mit seiner Frau Ute und vier Vereinsmitgliedern noch einen Abstecher nach England unternommen. Auf der größten Hundeausstellung der Welt in Birmingham hatte Kastning zu deutschen Cairn-Terriern, die er selber züchtet, nur zwei Unterschiede feststellen können. Im Mutterland des Terriers sind die Tiere ein bisschen kleiner, außerdem gehen sie besser an der Leine. Neu dabei in Obernkirchen waren am Sonnabend die Bullterrier, die eine eigene Gruppe bilden. Kastning und Spiller waren begeistert: Schmusig seien die "Bullies" gewesen, richtig verspielt und niedlich, viel besser als ihr schlechtes Image, das sie den falschen Züchtern zu verdanken haben. Züchter, mit denen Spiller natürlich nichts zu tun haben will. Er verweist auf den hohen Qualitätsstandard der echten Züchter: "Wir unterliegen den schärfsten Zuchtvorschriften und ständigen Überprüfungen. Bei der Aufzucht und auch bei der Nachzucht." Das hat Vorteile: Neben dem guten Renommee gibt es entsprechende Ergebnisse: "Wir züchten hier in der Bundesliga", sagt Spiller. Wie bei anderen Vereinen, die sich der Tierzucht verschrieben haben, fehlt auch bei den Terrier-Freunden ein bisschen der Nachwuchs. "Ein paar mehr nette Mitglieder, das liegt uns schon am Herzen", erklärt Kastning. Einmal im Monat treffen sich die Terrier-Züchter im Heeßer Krug, weitere Auskünfte gibt es bei Kastning unter (05753) 46 67, und bei Spillers, (05043) 32 46. Die Meldezahlen der Aussteller gehen zurück, meint Kastning, und tatsächlich war es im letzten Jahr wohl ein bisschen voller in der Liethhalle. 330 Tiere waren am Wochenende zu sehen. "Die Züchter lieben die Halle", meint Kastning. "So schön sind andere Schauen nicht", findet er. Und: "Im Vergleich zu anderen Städten ist die Miete wirklich niedrig." Da eine Schau nicht zum Nulltarif zu veranstalten ist, war Kastning auch noch aus einem anderen Grund über die Bullterrier-Freunde erfreut: Sie haben sich an den Kosten beteiligt.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare