weather-image
Antrag gestellt: Massive Schüler- Abwanderung durch Zugverbindung nach Stadthagen stoppen

"WIR": Personennahverkehr wiederbeleben

Obernkirchen (rnk). Der Rat der Stadt Obernkirchen soll alle erforderlichen Schritte unternehmen, um den Personennahverkehr auf der Schiene zwischen Stadthagen und Obernkirchen wieder einzurichten. Dies fordert ein Antrag der Bürgerinitiative "WIR für Obernkirchen", für die Stadtratsmitglied Dr. Konrad Bögel einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Die Weichen neu stellen will "WIR" am Bahnhof Obernkirchen: Von

Der Wiederbelebung des Personennahverkehrs habe "WIR" - und vor allem der Bürgermeisterkandidat Bernd Kirsch - in einer Reihe von Sitzungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt, erklärt Bögel. Ausgangspunkt sei die massive Abwanderung der Schüler ab zehn Jahren zu Gymnasien und Realschulen und einer besonders starken Gruppe zur Berufsschule. Bögel: "Die Kinder werden vom kulturellen Leben der Stadt abgezogen und mit täglichen Fahr- und Wartezeiten belastet, die für Spiel, Sport, Kultur und zusätzliches Lernen zur Verfügung stehen könnten." Abgesehen vom "volkswirtschaftlichen Schaden im Bildungsgefüge" werde auch die "Zukunftsentwicklung unserer Stadt gehemmt". Mit gut gewählten Haltepunkten, so ist Bögel sicher, könnten die Schüler von Obernkirchen, Sülbeck und der näheren Umgebung in Stadthagen am Georgschacht ein- und aussteigen - und damit auf ihrem Schulweg nicht nur viel Zeit sparen, sondern auch flexibel an Schul-Arbeitsgemeinschaften in neuen verkehrserschlossenen Raum teilnehmen. Die Revitalisierung des Personennahverkehrs auf der Schiene sei neben der mittelfristigen Planung einer Ganztagsgesamtschule oder IGS ein wichtiger Faktor für die Stadtentwicklung, findet Bögel. Zudem, so Bögel weiter, sei die Umgehungsstraße aus der Stadtplanung ersatzlos gestrichen worden, die Auswirkungen der fehlenden Verkehrsumleitung seien in der städtischen Entwicklung unübersehbar: "Moderne Adern, die die Stadt versorgen, fehlen." Die soziale Schichtung und die Bevölkerungszahlen "verschlechtern sich, steigende Kosten der Mobilität verhindern bessere Perspektiven." Die Transportkosten auf der Straße bekämen nicht nur die Pendler auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen zu spüren, sondern besonders auch die Familien, deren Kinder auswärts zur Schule gehen - das mache die Stadt fürNeuansiedler trotz der schönen Wohnlage nicht interessanter. Bögel verwiest auf den "gewaltigen Wandel der Freizeitgestaltung in der organisierten Konsumgesellschaft": Nicht nur das Schwimmbad könne wegen seiner Bahnhofsnähe und der Waldlage neuen Zukunftschancen entgegensehen. Am Bahnhof ließen sich zudem neue freie Flächen für "park& ride" schaffen, ebenso am einem Haltepunkt in Sülbeck, ganz nahe an der Bundesstraße, führt Bögel weiter aus. Ein weiterer Haltepunkt am Lindenhof führe dann zu den wichtigen Einkaufsmöglichkeiten in der Bergstadt selbst. Zudem ließe sich die weitere Anbindung an den Bahnverkehr nach Hannover und Minden "leicht schaffen" - und zwar durch ein Schienenfahrzeug, das zwischen Obernkirchen und Stadthagen im Stundentakt verkehre. Dazu müsse nur ein Fahrzeug eingesetzt werden, rechnet Bögel vor, denn Hin- und Rückfahrt seien in50 Minuten zu schaffen. Außerdem gebe es nur wenige Straßenüberquerungen, die alle gesichert seien. Neben der vorhandenen Streckensicherung verweist Bögel auf den abgeschlossenen Streckenausbau ("im tadellosen Zustand"), der Triebwagen könne geleast, die Strecke gemietet werden. Nach einer positiven Willenserklärung des Stadtrates sollen dann die Landesnahverkehrsgesellschaft, die Eurobahn sowie Connex als Dachorganisation der Schaumburger-Verkehrs-Gesellschaft zu einer Diskussion im Fachausschuss oder im Rat der Stadt Obernkirchen eingeladen werden, schlägt Bögel vor. Einen Namen für den Zug hat Bögel auch schon. Der Obernkirchener.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare