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Von der Stadt besonders ausgezeichnet: Wettkampfgruppe der Ortsfeuerwehr

"Wir können das alles wie im Schlaf" - jetzt greift Möllenbeck nach Gold

Gruppenführerin Corinna Schulz (l.) mit der erfolgreichen Wettkampfmannschaft von den Bezirksmeisterschaften 2006. Foto: tol/Archiv Rinteln (cok). Freundschaft, Kameradschaft und die Tatsache, dass alles so wunderbar klappt, das ist es, was die zwölf jungen Aktiven der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Möllenbeck miteinander verbindet. Seit sieben Jahren bilden sie eine feste Truppe, sie scheinen sich fast wie Geschwister zu kennen und weil dieser Zusammenhalt sie auch wettkampfstark macht, wurden sie von der Stadt beim Neujahrsempfang besondersgeehrt.

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Die meisten der drei Frauen und neun Männer sind gerade mal 23 Jahre alt und damit doch schon alte Hasen in der Ortsfeuerwehr: "Die haben seit dreizehn Jahren die Schläuche in der Hand", meint Markus Dinter, Gruppenleiter und Trainer. "Da kommt schon ziemlich viel Erfahrung zusammen." Er gehört zusammen mit Andreas Schlicht zu den Älteren in der Gruppe und beide sind für die anderen seit jeher so etwas wie die großen Brüder, nicht nur als Vorbilder im Wettkampftraining, sondern auch während der vielen Gespräche an den "geselligen Abenden". Gerade hat sich Möllenbeck als erste Feuerwehr aus Rinteln überhaupt und einziges Team aus Schaumburg für den Landeswettbewerb 2007 qualifiziert, das ist die höchste Wettkampfebene für Ortsfeuerwehren in Deutschland. Dabei kommt es darauf an, festgelegte Übungen fehlerfrei und so schnell wie möglich zu absolvieren, Übungen, die sich an echten Brandfällen orientieren und dafür die beste Vorbereitung sind. Neun der zwölf Aktiven bilden die kämpfende Mannschaft. Erst am Tag des Wettkampfes wird ausgelost, wer welchen Posten zu übernehmen hat. "Das bedeutet: Jeder muss alles können", so Markus Dinter. Ist da dann nicht auch eine Menge Losglück dabei? "Na ja, in den letzten Jahren war das durchaus so", meint er. "Aber diesmal konnten wir auf das Losglück locker verzichten, die können das alles wie im Schlaf!" Was für ein schönes Lob vom Trainer! Gruppenführer des Wettkampftrupps ist übrigens eine Frau, Corinna Schulz, deren Posten nicht ausgelost wird und die souverän nicht nur alle Befehle im geforderten genauen Wortlaut beherrscht, sondern auch die Fragen des theoretischen Teils richtig beantworten kann. An ihrer Seite stand bei den Bezirksmeisterschaften der "Melder" Tim Schinz. "Ach, da hatte ich die Arschkarte gezogen", meint der mit gespieltem Grummeln. Der Melder gibt "nur" die Befehle weiter und ist der Einzige, der nicht auch noch durch Schnelligkeit für die Mannschaft punkten kann. Der "Angriffstrupp" (Jan Heise/Eike Kölling) aber, der den Brand als Erstes "angreift" und zur Menschenrettung eingesetzt wird, muss auch darauf achten, dass ein bestimmtes Zeitlimit nicht unterschritten wird, ebenso wie der "Wassertrupp" (Jörn Buchholz/Andreas Schlicht) bei seiner Aufgabe, die Schläuche für den Löschangriff vorzubereiten, und der "Schlauchtrupp" (Nils Begemann/Dennis Winter), der das eigentliche Löschen übernimmt. Auch der "Maschinist" (Kai-Uwe Herchenröder) kann dafür sorgen, dass keine Punkte durch Zeitverlust vom Endergebnis abgezogen werden. Die beiden Frauen Melanie Schulz und Daniela Eberwein stehen dem Team als Ersatzleute zur Verfügung. "Ja, wir sind die ?Cheerleader'", sagt Melanie. "Ihr seid der gute Geist der Truppe!", sagen die anderen. Sie stoppen die Zeit, räumen auf, besetzen den Funk, verbreiten gute Laune und eins ist klar: "Ohne die Mädels geht hier nichts!" Wenn es irgendwo richtig brennt, sind sie es, die vom Unglück Betroffene am besten trösten und beruhigen können. Zu einem Einsatz in der Wirklichkeit wurde die Möllenbecker Feuerwehr im letzten Jahr glücklicherweise nur zehn Mal gerufen. "Das ist wirklich ein Glück!", meint Andreas Schinz, "was wir können, beweisen wir in den Wettkämpfen!" Die größte Herausforderung 2007 stellen sie sich selbst: Sie wollen beim Landeswettbewerb zu den besten 20 Prozent gehören, um die Leistungsspange in Gold zu erhalten.

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